In der wirtschaftskompetenten FAZ lese ich doch heute tatsächlich, daß der gemeldete drastische Einbruch der griechischen Wirtschaft völlig überraschend gekommen wäre. Damit stellt sich die FAZ ein Armutszeugnis sondergleichen aus, denn das bedeutet ja, daß außer den Nieten in der Politik auch die hochbezahlten Wirtschaftsredakteure der FAZ die selbst für einen halbwegs informierten Laien glasklare Entwicklung nicht vorausgesehen haben.
Da hätte ich mal einen Vorschlag: meine unentgeltliche Mitarbeit beim KRITISCHEN NETZWERK würde ich gerne gegen einen solchen als (Chef-)redakteurs-Posten oder ein verantwortliches Amt in der Politik eintauschen. Ich kann garantieren, daß meine Wirtschaftsprognosen wesentlich zutreffender sein werden, als diejenigen der Mainstreammedien, der Meinungsforschungsinstitute, der abhängigen Wirtschaftswissenschaft, der uninformierten Politiker oder gar der Wirtschaftsweisen. Alle haben sie in den letzten 20 Jahren mit ihren Einschätzungen schief gelegen – sie waren noch nicht einmal in der Lage, ein halbes Jahr im Voraus zu planen. Aber was das Schlimmste dabei ist: Sie haben nicht aus ihren Fehlern gelernt!
Preisfrage: Wenn der Konjunktureinbruch und die hochschnellenden Arbeitslosenquoten schon jetzt derartig verheerend sind, wo die radikalen Sparprogramme erst beschlossen und noch nicht realisiert wurden, was wird denn erst hinterher mit Griechenland werden? Und wenn das von der EU in Federführung von Merkel eingeleitete Spardiktat auch in anderen Ländern – in Spanien, Portugal, Irland, Italien – greift und wie geplant auf sämtliche Mitgliedstaaten der EU incl. Deutschland ausgedehnt wird, wo bleibt dann der hochgepriesene deutsche Wirtschaftsaufschwung, der – falls überhaupt existent - nur noch durch die Exportwirtschaft herbeigeführt wurde? Daß es damit nun ein Ende haben wird, wenn die drakonischen Maßnahmen wirken, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Die soeben veröffentlichten Statistiken des letzten Quartals 2011 sprechen da eine klare Sprache, die man nicht mehr beschönigen kann.
Hier die vor Naivität strotzende Meldung der FAZ:
Minus 6,8 Prozent Griechische Wirtschaft stürzt in den Abgrund
Frankfurter Allgemeine Zeitung - 14.02.2012
„Mit einem solchen Einbruch hatte niemand gerechnet: Die Wirtschaftsleistung des hochverschuldeten Landes ist im vergangenen Jahr um 6,8 Prozent gesunken…“
ein weiteres Zitat aus diesem Artikel:
„Vor wenigen Tagen war bereits bekannt geworden war, dass die Arbeitslosigkeit in Griechenland weiter gestiegen ist. Die Quote beträgt mittlerweile 20,9 Prozent, das sind 7 Prozentpunkte mehr als vor zwei Jahren. In der Gruppe der bis zu 24 Jahre alten erwerbsfähigen Griechen liegt sie sogar bei fast 50 Prozent.“
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Peter A. Weber
