So sieht also ein würdevoller Abgang aus! Jetzt kann sich der Grüßaugust auch noch ein Gefälligkeitszeugnis eingerahmt an die Wand hängen. Angela Merkels Lobhudeleien zum Abgang eines rückgratlosen Schwätzers kann man auf der Webseite der Bundesregierung inhalieren. Hier einige Stilblüten von Merkel:
„Christian Wulff hat sich in seiner Amtszeit voller Energie für ein modernes, offenes Deutschland eingesetzt. Er und seine Frau Bettina haben dieses Land, die Bundesrepublik Deutschland, im In- und Ausland würdig vertreten.“ „Mit seinem Rücktritt stellt Bundespräsident Wulff nun seine Überzeugung, rechtlich korrekt gehandelt zu haben, hinter das Amt zurück, hinter den Dienst an den Menschen in unserem Land. Ich zolle dieser Haltung ausdrücklich meinen Respekt.“
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Weitere Elegien aus dem Hofstaat:
CSU Vorsitzender Horst Seehofer zollt Wulff „ungeteilten Respekt“ und „Mit diesem Schritt rückt Christian Wulff die Würde und die Bedeutung des höchsten Staatsamtes an die erste Stelle".
Der FDP-Bundesvorsitzende Philipp Rösler spricht im Zusammenhang mit Wulffs Rücktritt von "größtem Respekt".
Ich bedanke mich für solche Plattitüden wie Merkels „Tatsächlich ist es eine Stärke unseres Rechtstaats, dass er jeden gleich behandelt, welche Stellung auch immer er einnimmt.“ Meine Vorstellungen hinsichtlich der Art und Weise, wie ein oberster Repräsentant eines Staates sein Land in Würde und zu dessen Ansehen vertreten sollte, sind so ziemlich von gegenteiliger Art. Ob wir den Tag noch einmal erleben werden, an dem Politiker eine Situation ehrlich und ungeschminkt beschreiben und ernst zu nehmende Entschuldigungen abliefern?
Letztlich muß man doch zu dem Schluß kommen, daß das Ganze ein abgesprochenes Kasperletheater war. Die Staatsanwaltschaft trägt sich mit dem Gedanken, die Immunität aufzuheben (welch ein Zufall) – wetten, daß der Bundestag dies ablehnen wird! Aber durch dieses abgekartete Spiel hatte Wulff nun ein Alibi für den Rücktritt: Ende gut, alles gut – alle reiben sich die Hände und waschen sie sich sauber. Next play please - das Spiel kann weitergehen …
Der Kuhhandel um den nächsten Bundespräsidenten steht an! Die große Chance für Gauck, den großen Populisten, der sich auf Gebieten wie „Sarrazin“, Überwachung (auch der Linken“), „Stuttgart 21“ oder „Occupy“ bereits ordentlich profiliert hat. Dazu paßt wunderbar Jacob Jungs Kommentar „Hier riecht’s nach Gauck“:
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