Neue Gesellschaft - Denkanstöße zur Veränderung unserer Lebensformen
Einige von uns haben sicherlich persönliche Erfahrungen gemacht im Bemühen, andere Menschen, unser Umfeld, die politischen / gesellschaftlichen Bedingungen oder den Schutz der Natur zum Positiven zu verändern. Dabei bleiben die erzielten Erfolge meist hinter unseren Hoffnungen und Erwartungen zurück. Das sollte uns aber NICHT entmutigen! Uns ist bewußt, daß es eine lange Anlaufzeit erfordert, um einen gesellschaftlichen Umdenkprozeß ins Rollen zu bringen und einen Wandel mit nachhaltig positiven Resultaten herbeiführt. Jeder kann und sollte seinen Beitrag dazu leisten - man muß nur wollen und den Lauf der Dinge nicht widerstandslos und resigniert hinnehmen!

Wenn es überhaupt ein alternativloses Handeln und ein Ziel gibt, für das sich der Einsatz lohnt, dann doch das Engagement für eine bessere gemeinsame Zukunft! Wer das nicht begreift, wird vom Handelnden zum Getriebenen, läßt sich gängeln und liefert sich fatalistisch dem Schicksal aus.
Wir sind es gewohnt, daß dabei immer die gleichen Fragen aufgeworfen werden wie: „Bringt das etwas?“, „Lohnt sich der Aufwand?“, „Die da oben machen doch, was sie wollen“, „Mit radikalen Zielen kommt man sowieso nicht weiter – ohne Kompromisse geht es nicht“ oder „Alles unrealistisch und nicht durchsetzbar“ usw.
Daraus ergibt sich in logischer Konsequenz die grundlegende Frage:
„Wollt Ihr denn, dass Folgendes so weitergeht……
- sozialer Ungerechtigkeit
- Arbeitszwang und/oder Dumpinglöhnen bzw. Arbeitslosigkeit
- staatlichen und wirtschaftlichen Abhängigkeiten
- Verschlechterung der Lebensbedingungen + Umwelt
- Meinungsmanipulation und „schöner neuer Welt“
- Überwachungs- und autoritärem Staat
- Bevormundung
- Intoleranz, Egoismus, Entsolidarisierung und Diskriminierung
- Unzufriedenheit, aufgestauter Wut oder gar Depression ?
Wie wäre es denn mit einer Gesellschaft, in der wir wirklich Verantwortung übernehmen? In der wir menschenunterdrückende Herrschafts- und Machtstrukturen einfach nicht mehr hinnehmen und uns für eine kooperative Ordnung stark machen? Hört sich irgendwie gut an – aber wo ist der Haken?
…..Natürlich in der praktischen Umsetzung!
Aus diesem Grund vernetzen wir uns hier, um gemeinsam nach realistischen, in der Praxis umsetzbaren Handlungsansätzen zu suchen! Denn wir sollten niemals den Tatbestand vergessen, daß wir nicht nur für das verantwortlich sind, was wir tun, sondern auch für das, was wir widerstandslos hinnehmen.
Konsequenzen:
Unsere Idee ist es, unser Forum KRITISCHES NETZWERK, das die Schwerpunkte in der Theorie gesellschaftlicher und politischer Hintergründe, Fakten sowie deren Analyse und Diskussion setzt, um einen Diskussionsbereich für „praktische Eigenaktivitäten“ zu erweitern. In diesem Forenbereich geht es darum, daß wir
- den Menschen mit seinen Schwächen und Stärken in den Vordergrund stellen. Wir wollen die genetischen, biographischen und psychologischen Hemmschuhe herausarbeiten, die einer mitverantwortliche Aktivierung im Wege stehen
- praktische Verhaltenstipps über naheliegende oder nicht so bekannte mögliche persönliche Aktionsstrategien in den Fokus rücken
- die uns bekannten relevanten theoretischen Alternativen und Modelle zum derzeitigen Gesellschaftssystem aufzeigen
Wenn Ihr zu den nachfolgenden Themenbereichen A - E Gedanken, Anregungen und Vorschläge einbringen oder auf vorhandene Beiträge antworten möchtet, ist dies ausdrücklich erwünscht. klickt bitte hier
A. Der Mensch und sein Hang, sich aus allem heraus zu halten
eine Besinnung auf die Schwächen und brach liegenden Stärken des Menschen

Zunächst einmal muß man konstatieren, daß das Hauptproblem des Menschen in seiner Natur verborgen ist: eigentlich ist jeder ein wenig schizophren, weil in jedem von uns zwei Seelen schlummern. Es handelt sich um die uns innewohnende Dualität, die uns „seit der Vertreibung aus dem Paradies“, was mit der Erlangung des menschlichen Bewußtseins gleichzusetzen ist, sozusagen als Fluch mitgegeben wurde. Seitdem müssen wir uns als gespaltene Persönlichkeiten durchs Leben schlagen und wissen manchmal nicht, wessen Stimme wir folgen sollen: der des „guten Gewissens / Gottes / Vernunft oder der des Bösen / Teufels / inneren Schweinehundes.
Insofern ist uns unser freier Wille oft nur ein Hindernis, und manchmal wünschte man sich, ein Tier zu sein und nur seinen Instinkten folgen zu müssen. Die Erkenntnisse, die wir aufgrund unserer Erfahrung und sowie der in die Wiege gelegten Gefühle, des Lernens und des rationalen Verstandes gesammelt haben, müßten eigentlich ausreichen, daß wir mit unserer Umwelt und den Mitmenschen keinen ständigen Klein- oder Großkrieg führen sondern unser Leben in Frieden, Zufriedenheit und Eintracht fristen. Jedenfalls sollte dieser Tatbestand für jeden Menschen zutreffen, der nicht mit Dummheit geschlagen ist. Aber dem ist leider in der Praxis nur selten so! Wir sollten dem Begriff des sogenannten „gesunden Menschenverstandes“ zu Leibe rücken!
Was ist eigentlich der gesunde Menschenverstand? Brauchen wir eine Anleitung oder Gebrauchsanweisung, um ihn auch benutzen zu können? Versuchen wir doch einmal das Denken zu analysieren und es in – wenn man so will – evolutionäre Stufen mit jeweils höherer Qualität aufzugliedern: Dabei ist zu berücksichtigen: das Meiste läuft archaisch unbewußt und triebgesteuert ab, das heißt OHNE ein bewußtes Denken im herkömmlichen Sinne.
- Das einfache Denken, das intuitiv und nicht gezielt abläuft.
- Das Zurückdenken – also Einbeziehung von Erfahrungen und Geschichte – mit der Absicht, aus Fehlern zu lernen.
- Das Mitdenken über den egoistischen Tellerrand hinaus, um Empathie und solidarisches Handeln zu verwirklichen.
- Das Vordenken, d. h. die Vorwegnahme der möglichen Zukunft und die geistige Einstellung darauf, in dem man Planungen und Strategien entwickelt. Dies erfordert bereits ein hohes Maß an abstraktem Vorstellungsvermögen.
- Das Querdenken, die höchste Entwicklungsstufe, weil man nur damit die bestehenden Zusammenhänge zwischen allen und allem sowie zwischen Mikro- und Makrokosmos ausloten und damit gesamtverträgliches und nachhaltiges Handeln verwirklichen kann. Dafür ist soziale Intelligenz und Kreativität erforderlich.
Hinderungsgründe für die Umsetzung des gesunden Menschenverstandes
Die Hindernisgründe, die uns vom sinnvollen und selbstlosen Handeln abhalten, sind vielfältig. Obwohl Dummheit und schlechte Charaktereigenschaften sicherlich keine Ausnahmeerscheinungen sind, wollen wir sie erst einmal ausklammern und davon ausgehen, daß unsere Leser nicht zu der betroffenen Spezies gehören.
Daher beginnen wir allgemein mit den Ängsten, die es in tausenderlei Ausprägungen gibt und uns das Leben erschweren. Sie sind es, die uns entweder daran hindern, notwendige Dinge zu tun oder dazu bringen, Dinge zu tun, die für uns selbst, die Mitmenschen oder die Umwelt schädlich sind.
Zunächst haben wir es mit den angeborenen Urängsten zu tun, die dem Überlebenstrieb verbunden sind. Dagegen ist nichts zu sagen, denn sie sind überlebenswichtig – es sei denn, sie nehmen Überhand und nehmen neurotische oder pathologische Ausmaße an.
Dann kommen wir zu der Angstabteilung, die wir kritischer beäugen sollten. Es handelt sich um die vielen diffusen Angstphänomene, die teils ihre Berechtigung besitzen, meistens aber nur eingebildet sind – zum einen diejenigen, die wir
- seit Kindheit durch Sozialisation verinnerlicht haben und andererseits
- diejenigen, die permanent durch Politik, Arbeit, Medien usw. geschürt werden und verantwortlich sind für das Verharren in alten Mustern und in Gewohnheiten.
Ängste gedeihen besonders gut auf dem Boden eines mangelhaften Selbstbewußtseins oder sind umgekehrt die Folge davon. Ängstliche Menschen tendieren dazu, sich ohnmächtig zu fühlen. Wir sollten uns wirklich nicht scheuen zuzugeben, daß wir in solchen Fällen meistens überfordert sind, uns am eigenen Schopf aus der Misere zu ziehen und externe fachmännische therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen. Das ist keine Schande, sondern im Gegenteil ein Zeichen von Stärke.
Fahren wir fort mit dem uns anerzogenen und meistens überzogenen Sicherheitsdenken. Wir sollten nicht vergessen, daß
- Sicherheit auf Kosten der Freiheit geht
- wirkliche Freiheit nur die Freiheit ist, das Andersartige zuzulassen und
- Freiheit ihren Preis besitzt und immer wieder neu erarbeitet und verteidigt werden muß.
Damit zusammen hängt der verständliche Wunsch nach Stabilität u. Vorausschaubarkeit. Doch Vorsicht – hier lauern die Gefahren der Unflexibilität und Einfallslosigkeit.
Eine starke Kraft ist auch die Sehnsucht nach Harmonie, die eigentlich begrüßenswert erscheint. Allerdings weist auch diese ihre Tücken auf – man läuft Gefahr, falsche Rücksichtnahmen vorzunehmen, es allen recht zu machen (was unmöglich ist) und sich ungesunden Anpassungszwängen zu unterwerfen. Die Harmoniesüchtigen zeichnen sich auch dadurch aus, daß sie sich vor Auseinandersetzungen fürchten und sich lieber unterordnen. Dieses Verhalten stellt aber das Tor zur Feigheit dar, die nicht zu den erstrebenswerten Eigenschaften zählt.
Bedenkt bitte, daß friedvolles Zusammenleben und gegenseitige Rücksicht zwar erste Bürgerpflicht sind, aber auch die Toleranz hat ihre Grenzen! Es braucht begründete Intoleranz (auch bis zur Gewalt) gegen unbegründete Intoleranz!
Zuletzt in diesen Kapitel möchten wir noch zwei Wesensarten streifen, die uns außer der Dummheit (Zitat Albert Einstein: „Es gibt nur eines, was die Unendlichkeit des Kosmos noch übertrifft: die Dummheit der Menschen.“) das Leben zur Hölle machen können. Es handelt sich um den Egoismus und die Habgier, die beide derzeit Hochkonjunktur haben. Deshalb stehen sie auch in naher Verwandtschaft zum sog. Wirtschaftsaufschwung und der Wachstumsideologie.
Ein schwer wiegendes Handycap, das der freien Entfaltung entgegen steht, ist der Anpassungsdruck an die Subsysteme, die einem das Einkommen und damit die Existenz sichern, die das Verhalten der Menschen prägen entscheidend mitprägen. An dieser Stelle fällt mir ein dazu passendes Zitat ein, das Ihr Euch einrahmen solltet:
Bedenken gegen Anpassung (Zitat von Horst-Eberhard Richter aus gleichnamigen Buch)
„Es gibt eine kreisförmige Wechselbeziehung zwischen Machen und Erkennen. Wenn man nicht macht, was man als notwendig, wenn auch mit persönlichen Unannehmlichkeiten behaftet, erkannt hat, dann kann man irgendwann auch nicht mehr erkennen, was zu machen ist !
Wer Anpassungszwängen taktisch nachgibt - wohl wissend - dass er ihnen mit vertretbarem Risiko widerstehen könnte und auch sollte, wird nach und nach die Unzumutbarkeit von Anpassungsforderungen gar nicht mehr wahrnehmen, das heißt, die eigene Gefügigkeit auch nicht mehr als Fluchtreaktion durchschauen.
Alles erscheint normal: die Verhältnisse, denen er sich ergibt, und der Verzicht auf Gegenwehr, den er eben gar nicht mehr als Verzicht erlebt !“ [/Zitat]
psychologisch fundierte Lösungsansätze:
Da die Ängste ja - wie erläutert - unser mächtigster Hemmschuh sind, sollte die rationale Auseinandersetzung mit unseren Ängsten im Vordergrund stehen. Das Ziel muß es sein, die diffusen von den realen, wirklich bedrohlichen Ängsten zu unterscheiden. Ihr werdet dann die Erfahrung machen, daß die meisten Ängste sich bei genauerer Betrachtung auflösen und sogar lächerlich erscheinen. Diese Erkenntnis wird wie eine Befreiung wirken. Wenn man das erkannt hat, ist es sogar möglich, über seine eigene Dummheit zu lachen.
Es ist zu empfehlen, sich ab und zu einmal von den äußeren Einflüssen abzukoppeln, um in sich gehen zu können und sich den Spiegel vor die Augen zu halten. Vor allem rate ich, es nicht zu versäumen, sich auf seine eigenen Stärken und Potenziale zu besinnen. Die meisten Menschen sind sich nicht im Klaren darüber, welche Möglichkeiten in ihnen stecken und haben es bisher vergessen, diese Schätze zu heben.
Ich hoffe, daß wir nicht wie Moralisten und Oberlehrer erscheinen. Daher wollen wir unsere Ratschläge nun abkürzen und stichpunktartig auflisten, was für uns persönlich wichtige Ansatzpunkte darstellen. Einen Anspruch auf Vollständigkeit haben wir nicht – und mit Sicherheit fallen Euch in Beziehung zu Euren eigenen Befindlichkeiten noch andere Strategien ein. Es soll nur eine Anregung sein, was wir aufzählen:
- sich langfristige Ziele setzen
- sich nicht vor Utopien fürchten und Träume wagen (nur die Utopisten aller Zeiten haben die Menschheit voran gebracht – ohne diese Mutigen würden wir uns noch in der Steinzeit bewegen)
- Konsequenz beweisen in Bezug auf deren Umsetzung
- dabei keine faulen Kompromisse eingehen
- Ehrlichkeit beweisen
- sein Gewissen zu schärfen und sich den Spiegel vor Augen halten
- an sein Ehrgefühl appellieren und Mut zeigen
- Zivilcourage beweisen (siehe o. a. Zitat von Horst-Eberhard Richter) und bereit zur Gegenwehr zu sein
- mit Mut auf den Plan treten – das festigt das Selbstwertgefühl
- (Mit-)Verantwortung und Mitgefühl entwickeln
- sich mit anderen solidarisieren und Gemeinsamkeiten erkennen
- gönnen können!
- gemeinsame Aktivitäten eingehen unter dem Motto: nur gemeinsam sind wir stark! Der Feind will uns spalten nach der uralten Taktik „divide et impera“ (teile und herrsche)
- positiv und hoffnungsvoll denken
- Ausdauer beweisen und sich nicht von zeitweisen Mißerfolgen unterkriegen lassen. Merke: stetes Wasser höhlt den Stein!
- kein Mitläufer sein und eigene Ideen entwickeln, verteidigen und durchsetzen
- kritisch denken und konstruktiv vorgehen
und jede Information und Meinungsbeeinflussung mit den folgenden grundlegenden Aspekten angehen und hinterfragen:
cui bono ? …oder für Nicht-Lateiner:
- wem nutzt es ?
- wem schadet es ?
Damit habt Ihr schon mehr als die halbe Miete zusammen! Und wir haben es in der Hand, unsere Welt zu verbessern – allerdings müssen wir bei uns selbst anfangen.
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B. Anarchie - Anarchismus
Die folgenden theoretischen Ausführungen über die Anarchie wurden teilweise dem Heft „Was ist eigentlich Anarchie“ der Anarchistischen Buchhandlung Wien klick hier entnommen oder wurden in eigenen Gedankengängen umgewandelt:
a. Ist Herrschaftslosigkeit nur ein Traum oder realisierbar?
Zunächst einmal verhält es sich wie bei allen Wunschträumen: wenn man das für sich persönlich machbare abgeklopft und das unrealistische Element ausgeschieden hat, kommt es nur noch auf den Willen zur Umsetzung an. Selbstverständlich kann man das Kind nicht mit dem Bade ausschütten und man muß peu à peu beginnen und darf sich von Fehlern nicht entmutigen lassen.
Man fragt sich doch stets, ob man von anderen herumkommandiert, erpreßt, befehligt und beherrscht werden will und wie man sich dagegen wehren kann. Eine alte Volksweisheit lautet folgendermaßen: „Was du nicht willst, daß man es dir antut, das füge auch keinem anderen zu“. Wenn sich alle Menschen nach diesem Motto richten würden, lebten wir in der idealen Welt – sozusagen im Paradies.
Aber was hält uns eigentlich davon ab, dieses Paradies wirklich zu leben? Die Begründung ist relativ einfach. Jede Gesellschaft hat ein Wertesystem internalisiert, das man auch Moral nennen könnte, und es haben sich Normen herausgebildet, wie „man“ sich zu verhalten hat. Diese Normendiktatur der offiziellen Moral stellt aber oft nur ein Deckmantel zur Legalisierung aller möglichen schädlichen bzw. ethisch bedenklichen dar. Man kann in diesem Zusammenhang von der Normalität des allgemein akzeptierten Irrsinns sprechen. Moral in diesem Sinne ist repressiv.

Es sollte eine permanente gesellschaftliche Aufgabe sein, den Sinn / Unsinn der vorherrschenden Moral zu hinterfragen und immer wieder neu zu gestalten. Moral darf nicht zur Ideologie werden und jeder sollte sich bewußt machen, daß die eigenen Normen nicht das Nonplusultra sind und andere Menschen andere Vorstellungen haben können, die ebenso ihre Existenzberechtigung besitzen.
Nun ist es ein weit verbreitetes Vorurteil, daß der Mensch ohne (machtbesessene) Autorität und Regierung nicht existieren könne. Wenn wir in der Menschheitsgeschichte zurückblicken oder uns vorstellen, ob z. B. ein nicht überzüchtetes Haustier wie eine Hauskatze oder ein Schäferhund nicht ohne Mensch selbstständig in der Natur überleben kann, dann kommen in diesem Zusammenhang zumindest Zweifel auf.
Es gibt also keine Ausreden, nicht zumindest einmal den Versuch zu starten, Anarchie in seiner positiven Form umzusetzen. Gustav Landauer hat geschrieben: „Es ist immer das Unmögliche, das die neuen Wirklichkeiten schafft!“ Packen wir es als an, und zu allererst bei uns selbst!
b. Geschichte der Anarchie
Das Wort Anarchie ist so alt wie die menschliche Zivilisation, ohne diesen Namen getragen zu haben. Es stammt vom griechischen Wort „an-archia“ und bedeutet „keine Herrschaft“, meint also die Abwesenheit jeglicher repressiver Autorität.
Die älteste und nachweisliche Quelle ist der griechische Philosoph Zeno, auf den die Schule der Stoiker zurückgeht. Seine zentrale Forderung war: „Jeder arbeitet nach seinen (freiwillig angewandten) Fähigkeiten und konsumiert nach seinen Bedürfnissen.“
Die Bemühungen von mutigen und zukunftssichtigen Denkern und Aktiven, die sich für die individuelle Freiheit des Menschen einsetzen, zieht sich wie ein roter Faden durch die Jahrtausende. Die jeweils Herrschenden haben aber zu allen Zeiten versucht, befreiende Gedanken und Bewegungen zu unterdrücken und sie möglichst aus der Erinnerung zu löschen. So war Geschichtsschreibung auch bis in die jüngste Zeit hinein, immer nur eine Biographie der Herrschenden und ihrer Untaten. Ein weiser Mann hat einmal sinngemäß gesagt: „Geschichtsschreibung ist lediglich eine allgemein akzeptierte Lüge.“
Kriterien einer anarchischen Gesellschaft wie z. B.
- Gesellschaft ohne Staat
- Dezentralität
- praktizierte Gleichberechtigung
- gelebte soziale Verantwortung
- demokratische Organisation ohne Ämtervererbung
wurden zumindest weitgehend in die Tat umgesetzt – und das schon vor weit mehr als 2000 Jahren mitten in Europa!
c. Anarchie als aktueller Lösungsansatz
Anarchie ist kein verschnarchtes und verstaubtes Hirngespinst von einigen alten bärtigen Hippies und Revoluzzern. Im Gegenteil sind die anarchischen Gedankenansätze als zeitlos zu betrachten. Sie bieten uns gerade in der heutigen verfahrenen Situation, in die uns die Perversion des Kapitalismus gebracht hat, die Chance für einen Neuanfang, uns wieder eine Gesellschaft mit menschlichem Antlitz zu schaffen. Das Gesellschaftsmodell der Anarchie hat nichts das geringste mit Ideologie zu tun wie die uns bedrohenden wirtschaftsradikalen Ansichten, sondern es stellt einen friedlichen Gegenentwurf dazu dar, der uns ein Leben mit gegenseitiger Rücksichtnahme und Achtung ermöglichen kann.
Der im August 2009 verstorbene Horst Stowasser war nicht nur ein anarchistischer Theoretiker, sondern er hat seine Botschaft auch gelebt und sie in seiner Heimatstadt Neustadt/Niedersachsen in kommunalen Projekten verwirklicht. Er hat somit im kleinen Rahmen bewiesen, daß sein Verständnis von Anarchie tatsächlich in der Realität zum Wohle der Menschen funktioniert.
Infos über Horst Stowasser: klickt hier
eine informative Gedenkseite: klickt hier
"Am Anfang war der Zorn - die Zukunft wird anarchistisch sein!" klickt hier
Zwei bemerkenswerte Bücher von Horst Stowasser: klickt hier und bitte nochmal hier
Die folgenden Pressestimmen belegen, daß Horst Stowasser auch von den traditionellen Medien gewürdigt wurde:
»›Anarchie ist machbar, Herr Nachbar!‹ Wer erinnerte sich nicht dieses schönen Spruchs aus dem Schatzkästlein der 68er-Poesie. Doch die Geschichte des Anarchismus ist, Bakunin sei's geklagt, viel zu wenig bekannt. Deshalb greife, wer immer sich darüber informieren möchte, sogleich zu der großartigen Einführung von Horst Stowasser, die mit dem Satz beginnt: ›Am Anfang war der Zorn‹, und mit der Gewißheit endet, dass ›die Zukunft anarchistisch sein wird‹. Denn: ›Die Natur wird weiter bestehen. Die Frage ist, ob der Mensch dann noch dabei ist.
‹ Ein Kompendium, das in keiner Hausbibliothek fehlen darf. (Zitat von Volker Ulrich, Die Zeit)
»Zorn, Rebellion und Aufbegehren gegen das, was einengt und unfrei macht; das seien die uralten Triebkräfte der Menschheitsgeschichte. Zu sehen sei das bei den Sklavenaufständen der Antike, in der Geschichte des Michael Kohlhaas, bei den gegenwärtigen Bewegungen etwa der Globalisierungskritik. Freilich sind Haß und Wut schlechte Ratgeber. Doch aus dem ›Spannungsfeld von Zorn und Freiheit‹ ist der Gedanke der Herrschaftsfreiheit entsprungen. Dieser Ideengeschichte der Anarchie hat Horst Stowasser ein dickes, überraschendes und taugliches Grundlagenwerk gewidmet.« (Zitat: Neue Zürcher Zeitung)
d. gesellschaftliche Vorurteile gegenüber der Anarchie
Wenn wir uns ernsthaft über eine bessere Gesellschaftsordnung unterhalten wollen, dann dürfen wir den Begriff der Anarchie nicht übergehen. Die meisten werden sofort abwinken bei diesem bösen Wort und wenig Bereitschaft zur Diskussion zeigen. Aber das ist ein Fehler, denn das Vorurteil über Anarchie hat man uns systematisch eingeredet, so daß folgende Bilder entstanden sind:
- Anarchie = Chaos
- Anarchist = Gewalttäter + Mörder
- Anarchist = Terrorist
Zunächst einmal gehört es zum Allgemeinwissen, daß Chaos ein physikalisches Grundprinzip der Natur darstellt. Ohne Chaos gibt es keine Erneuerung und keine Evolution. Ohne Chaos läuft also nichts – höchstens Stillstand! Dann sollte man den Begriff der Anarchie als erste Voraussetzung korrekt deuten. Denn: Anarchie ist nicht Chaos, sondern Ordnung ohne Herrschaft.
Wie gesagt – in der Alltagssprache ist der Begriff der Anarchie als Synonym für Chaos, Gesetzlosigkeit, Unordnung, Verwilderung, Weltuntergang und Zerstörung eingegangen. Für die Mehrheit der Bevölkerung liegt es außerhalb ihres Vorstellungsvermögens, daß auch ohne Staat und Herrschaft eine Ordnung – eben eine freie Ordnung – bestehen kann. Da Gesetze, für den Bürger der Inbegriff von Ordnung, vom Staat verabschiedet werden und dieser durch Gerichte und Polizei dafür sorgt , daß sie eingehalten werden, existieren bei Abschaffung der Staatssysteme auch die Gesetze nicht mehr. Das heißt aber keinesfalls, daß es dann keine Regeln und Vereinbarungen für das menschliche Zusammenleben mehr geben muß.
Pierre Joseph Proudhon war einer der Väter des modernen Anarchismus. Er hält den Staat – als höchsten Ausdruck der Herrschaft von Menschen über Menschen – für den eigentlichen Unruhestifter. Diese Ansicht erscheint nicht so abwegig, wenn man bedenkt, was an Kriegen, Unterdrückung und Wirtschaftskonflikten von den Staaten und ihren Organen geführt oder angestiftet wurde und noch wird.
Von Daniel Guérin stammt der Satz: „Anarchismus ist in Wirklichkeit und vor allem gleichbedeutend mit Sozialismus. Der Anarchist ist in erster Linie Sozialist: seine Ziele sind die Abschaffung der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen.“ Was will das jesuanische Christentum denn anderes?
Fazit:
„Tatsache ist, daß es zwar tausende Studenten der Staatswissenschaften gibt, aber kaum jemanden, der sich je mit einer Gesellschaft ohne Staat beschäftigt hat.“
Es wird daher allgemein angenommen, daß Anarchie der klassische Begriff der Desorganisation sei. Nichts stimmt jedoch weniger! Wie schon anfangs erwähnt bedeutet Anarchie keineswegs Unordnung, sondern sie ist Ausdruck höchster, weil natürlichster Ordnung. Sie entspricht den natürlichen sozialen Bedürfnissen aller Menschen, das beste zum Wohle aller zu verwirklichen und stellt daher wahrscheinlich das einzige Organisationsmodell dar, das den enormen Anforderungen der gesamten Menschheit jetzt und in Zukunft gewachsen ist.
Dem Deutschen wurde jahrhundertelang die Obrigkeitshörigkeit als Alternativlosigkeit eingebläut, so daß die Phantasie darunter gelitten hat, sich eine weniger autoritäre Wirklichkeit vorzustellen und sie in die Tat umzusetzen.
Ergo: Verteilt die Macht, damit sie keinen mächtig macht!
e. notwendiges Umdenken hinsichtlich der Qualität der Beziehungen
- auf individueller Ebene
Auf der Ebene der individuellen Beziehungen heißt das gewaltfreies und repressionsloses Zusammenleben – zumindest das Streben in diese Richtung. Das gilt für menschlichen Beziehungen – auch die sexuellen. Die Unverletzlichkeit der Freiheit des anderen, die Spiegel der eigenen Freiheit darstellt, sollte an oberster Stelle stehen. Liebe und gegenseitige Hilfe – also Solidarität – sind A und O einer menschlichen Gemeinschaft.
- auf gesellschaftlicher Ebene
Im größeren als dem persönlichen unmittelbaren Umfeld werden die gesellschaftlichen Beziehungen vernünftig und gewaltfrei auf der Basis der freien Vereinbarung zweckbezogen und im kleinstmöglichen Rahmen geregelt. Neue Organisationsstrukturen wie die Panokratie u. ä. erscheinen angemessene Lösungsansätze zu bieten. Dezentralität ist dabei die Richtschnur
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C. direktere Demokratieformen in Gestalt einer Reform der
traditionellen Demokratie
a. Einführung
Unter dem Motto „Wir sind das Volk“ sind viele Menschen auf der Suche nach Wegen für eine Erneuerung der Demokratie. Dazu gehören neue Abstimmungsmodi, Bürgerbeteiligung, Volksbefragungen, Ersatzlösungen für die derzeitige repräsentative Demokratie, Eindämmung des Lobbyismus und der Korruption, Überlegungen bezügl. Statusveränderungen von Abgeordneten und Delegierten (Dauer der Wahlperioden, ausschließlich Direktmandate, Einführung des Haftungsprinzips, Möglichkeiten der Amtszeitverkürzung etc.)

Hier ist ein Beitrag, der sich z. B. mit der Idee einer „Internetpartei“ beschäftigt. Auch solche Lösungsansätze verdienen es, in Erwägung gezogen zu werden:
Die Zukunft der Demokratie (von Richard Beiderbeck)
„Seit vielen Jahren befasse ich mich mit der Idee einer Internetpartei. Eine Internetpartei erhebt keine Mitgliedsbeiträge, sie arbeitet geldfrei. Folglich hat sie auch kein Kassenbuch und keinen Kassenbericht. Die Mitglieder werden nur durch das Internet informiert und organisiert, und sie stimmen über das Programm und den Kurs der Partei im Internet ab, und auch die Vorstände werden durch Abstimmungen im Internet von den Mitgliedern gewählt.
Inzwischen hat die Wirklichkeit des Internets unsere Utopie schon fast eingeholt. Jeder kann bei Facebook und vielen anderen sozialen Netzwerken Gruppen gründen und verwalten. Was bei den meisten Angeboten (auch bei Facebook) fehlt, ist die Möglichkeit, die Mitglieder abstimmen zu lassen. …..“ hier bitte weiterlesen
Ein ebenfalls kompetenter Fachmann in Sachen Demokratiereform ist der Staatsrechtler Prof. Karl Albrecht Schachtschneider, bei dem es sich nachzulesen lohnt:
Demokratie versus Kapitalismus / vom Recht des Menschen
„1. Demokratie ist die Staats- und Regierungsform freier Menschen. In diesem Sinne ist Demokratie der griechische Begriff für den römischen Begriff Republik. Das Grundprinzip der Republik und damit der Demokratie ist: Res publica res populi; demokratisch formuliert: alle Staatsgewalt geht vom Volk aus (Art. 20 Abs. 2 S. 1 GG) oder: Politik ist Sache des Volkes. Das Volk ist die Bürgerschaft, die Menge von Menschen, die in einem Staat zusammen leben. Der Staat aber ist nach Kant „die Vereinigung einer Menge von Menschen unter Rechtsgesetzen“. Es gibt folglich keinen Staat ohne gesetzliches Recht, ohne Gesetze und Gesetzlichkeit, die den Prinzipien des Rechts genügen……“ bitte hier weiterlesen (pdf-Datei
)
Im Zusammenhang mit anderen nicht autoritäre Organisationsstrukturen auf nationaler und globaler Ebene fallen die folgenden Stichworte ein:
- parteienlose Organisation oder radikale Reform des Parteienstatus
- sachthemengerechte Lösungsstrategien mit unabhängigen Volksvertretern
- grundlegende Umorientierung aller internationalen Regierungs-/Wirtschafts-/Finanz – und UN-Organisationen weg von einseitigen ökonomischen und konzernabhängigen Betrachtungsweisen hin zu menschlich-solidarischen Aspekten
Im Folgenden stellen wir einige uns bekannte Demokratiemodelle vor, von denen wir glauben, daß sie wesentlichen Beitrag zur Lösung unserer Defizite leisten können:
b. "Panokratie"
„Panokratie ist eine konstruktive Utopie, die vom Darmstädter Diplom-Informatiker Tobias "Blubb" Breiner in seinem gleichnamigen Buch vorgestellt wird. Es handelt sich dabei um ein im wesentlichen anarchistisches Gesellschaftsmodell, das versucht, viele für gewöhnlich offene Fragen modellhaft zu beantworten. Wichtige Aspekte der Konkretisierung sind
- Aufgliederung in Subsidiarzellen
- direkte Demokratie, mit elektronischer Unterstützung
- Kompetenzprüfungen für Entscheidungen auf höherer Ebene
- Individualwacht als konkrete Form der direkten Aktion
- Schenkwirtschaft als Alternative zur kapitalistischen Wirtschaftsform
Ein weiterer bedeutender Aspekt ist, daß Panokratie auch in Hybridrealisierung möglich ist, also ein Aufbau panokratischer Gesellschaftsstrukturen innerhalb der heute bestehenden Gesellschaft prinzipiell möglich und legal ist……“
bitte hier weiterlesen
c. "Viergliederung" der Demokratie nach Prof. Johannes Heinrichs:
Der Philosoph, Theologe und Sozialökologe Prof. Johannes Heinrichs hat u. a. das Konzept der Viergliederung der Demokratie entwickelt. Meiner Meinung nach ist diese Organisationsform eine der konstruktivsten Alternativen zu unseren derzeitigen parlamentarischen System, das sich überlebt hat. Aber ich hege dennoch arge Zweifel, ob solch ein Konstrukt überhaupt eine Chance zur Durchzusetzung hätte. Dennoch möchte ich die Lektüre sehr empfehlen:

„Wir brauchen vier unterschiedene, eigens gewählte und eigens verantwortliche Parlamente, die zwar in einem hierarchischen, aber zugleich in einem kreislaufartig rückgekoppelten Verhältnis zueinander stehen:
- Grundwerteparlament für die Bereiche Weltanschauung, Ethik, Religion, Spiritualität
- Kulturparlament für die Bereiche Pädagogik, Wissenschaft, Publizistik und Kunst
- politisches Parlament für die Bereiche Verwaltung, Exekutive, Legislative, Judikative
- Wirtschaftsparlament für die Bereiche Konsum, Produktion, Handel, Geldsystem
hier zur Vorstellung des Gesamtkonzeptes: klickt bitte hier
An dieser Stelle im Forum kann darüber kritisch-konstruktiv diskutieren, es gibt bereits Änderungsvorschläge: klickt bitte hier
- weiterführende Erklärungen -
Demokratiemanifest für die schweigende Mehrheit
ist eine Kurzform des Buchtitels "Revolution der Demokratie"
Johannes Heinrichs legt mit diesem Buch eine “Realutopie” vor. Seine Demokratielehre ist ebenso grundlegend wie umstürzend und notwendig. Grundlegend ist sie, weil sie auf einer elementaren Anthropologie aufbaut, nämlich seiner sozialen Reflexionstheorie. Umstürzend ist sie, weil sie dem Parteienstaat die Ideologie streitig macht. Sie ist notwendig, weil die Freiheit der Menschheit die Vision der Aufklärung und das Ziel aller Politik ist. Heinrichs` Werk lehrt die Revolution im eigentlichen Sinne, nämlich als Befreiung zum Recht und zur Menschheit der Menschen.
Dass der Parteienstaat nicht die Antwort auf die grosse Frage der Aufklärung, ja der Menschheit, nach dem guten Leben aller sein kann, bewegt Johannes Heinrichs. Sein Entwurf differenziert anspruchsvoll, gibt aber der Demokratie die erste wirkliche Chance. Heinrichs konzipiert vier Parlamente mit eigenständigen Aufgaben, eigenständiger Verantwortung und eigenständiger Besetzung, nämlich ein Grundwerteparlament, ein Kulturparlament, ein Politikparlament und ein Wirtschaftsparlament. Die Gesetze dieser Parlamente sind alle verbindlich. Das erfordert Kompetenzgrenzen oder Vorrangregelungen. hier bitte weiterlesen (
)
Gibt es da nicht eine innere Synthese von direkter und parlamentarischer Demokratie?
„Es geht zuerst einmal um eine Bewegung der Köpfe und Herzen, eine Bewusstseinsbewegung, bevor wir konkrete Umsetzungsstrategien entwickeln können.“
Text von Prof. Johannes Heinrichs (20.12.2010)
„Was wir mit Stuttgart 21, Anti-Atom-Demos usw. erleben, „ist nicht das Ende des politischen Systems, sondern der Anfang einer aktiveren Bürgergesellschaft.“ So stand es kürzlich über einem Artikel von Claudia Nierth vom Verein „Mehr Demokratie“, Teil der wachsenden Bewegung für mehr direkte Demokratie in Deutschland.
Das Meiste, was sie für das „Fahrzeug Volksbegehren“ vorbringt, könnte ich eigentlich bejahen, wenn diese ganze direktdemokratische Strömung nicht nochmals eine halbe Sache wäre. Volksbegehren und Volksentscheide können unsere bestehende Halbdemokratie nur abmildern, manchmal allerdings auch verschlimmern. Wie immer man über die letzten Schweizer Volksabstimmungen inhaltlich denkt – die Schweiz gibt auf keinen Fall schon das Mustermodell einer modernen Demokratie ab. (Die Schweizer Teilnehmer meines Berliner Seminars zum sozialen Kunstwerk mögen mir verzeihen.)
Seit vielen Jahren treten wir vom „Netzwerk Viergliederung der Demokratie“ für eine innere Synthese von direkter und parlamentarischer Demokratie ein ….“ [/Zitat] hier bitte weiterlesen
Dieter Federlein arbeitet im Netzwerk Netz-Vier (http://www.netz-vier.de/ ) mit Johannes Heinrichs zusammen. Seine Ausarbeitungen zur vorliegenden Thematik sind ebenfalls sehr empfehlenswert:
Schritte zu einer „Vierfach®Evolution“
von Dieter Federlein
„Dies ist mein Bekenntnis, nach bestem Wissen und Gewissen Schritte für einen humanistischen Systemwandel zu entwerfen. Gleichermaßen ist dies eine Einladung zu „Begegnungen mit Befreiungscharakter“, die stattfinden werden, wo immer drei oder vier im Namen einer politischen „Philosophie der Befreiung“ sich treffen. Zunächst ein Überblick:
Allgemein gesagt, bestünde die Vierfach-®Evolution aus
- einem „anthropologischen Paradigmenwechsel“,
- einer „Demokratierevolution“,
- einer „Geldrevolution“ und
-
einer „Bodenreform“.......bitte hier weiterlesen (pdf-Datei
)
„Logik des Gelingens“
von Dieter Federlein
„Mit „Paradigmenwechsel“ meine ich keine reformerische Kleinigkeit, sondern einen Ethoswandel, der seinesgleichen in der Geschichte der Menschheit sucht. Hier fange ich aber erst mal „klein“ an. Für meine Thesen gehe ich davon aus, dass beispielsweise der Spruch „Geld regiert die Welt“ einen guten Einstieg liefert, da dieser Spruch vielleicht deshalb so plausibel erscheint, weil das Versagen des Finanzkapitalismus in aller Munde ist und vom einfachen Volk schon lange geglaubt wird. Es sieht auch für mich so aus, dass unser Geldsystem, besonders im „modernen“ kapitalistischen Ökonomiesystem, so funktioniert, dass es immer dem Vorteil einer Minderheit und zum Nachteil der Mehrheit und darüber hinaus auch zur Plünderung unserer Lebensgrundlagen dient und dass deshalb sowohl eine strukturell-ungerechte Verteilungsfunktion des Geldsystems angenommen werden muss, als auch eine Plünderungsfunktion gegenüber unseren Lebensgrundlagen. Nun könnte man meinen, die Veränderung des Geld- und Kapitalsystems würde einen umgekehrten …“ hier bitte weiterlesen (pdf-Datei
)
d. Basisdemokratie und deren Unterarten
„Die Basisdemokratie ist eine Unterform der direkten Demokratie und ist die älteste Form der Demokratie. Sie kommt ohne Repräsentanten aus. Das bedeutet, daß die Betroffenen über alle relevanten Entscheidungen selbst abstimmen. Die Basisdemokratie eignet sich sowohl für triviale Probleme, die ohne Fachwissen einfach zu entscheiden sind, als auch für Fragen, die erheblichen Einfluss auf das Leben der Mehrheit haben, wie die Struktur des Gesundheitswesens, Kriegseinsätze, neue Verfassungen, Eigentumsfragen, Löhne, Arbeitszeitregelungen, Streikentscheidungen, Grundrechte und Menschenrechte. Sie wird sehr häufig (zum Teil auch unbewusst) in kleineren Gruppen angewandt, so zum Beispiel, wenn die Mitglieder einer Familie darüber beratschlagen, ob sie lieber ins Schwimmbad gehen oder eine Burg besichtigen.
Aber auch in der Politik wäre Basisdemokratie möglich. Sie würde bedeuten, daß jedes volljährige Mitglied der Gesellschaft das gleiche Mitspracherecht hat wie die Mitglieder der Regierung. Dazu müsste das Prinzip der Macht aufgegeben werden, was oft in den Bereich der Utopie verwiesen wird. Derzeit gibt es basisdemokratische Organisationen; aber auch Staaten, die zumindest einen Teil ihrer Machtbefugnisse an die Gesellschaft abgegeben haben. Eine Organisation, die in den von ihr beherrschten Landesteilen Mexikos die Basisdemokratie durchgesetzt hat, sind beispielsweise die Zapatistas, ein Staat der einen Teil seiner Macht mittels Volksentscheid und Volksbegehren abgegeben hat, wäre die Schweiz. Noch weitergehende basisdemokratische Elemente gibt es in Brasilien, wo die Einwohner verschiedener Städte und Dörfer, ja sogar eines ganzen Bundesstaates (Rio Grande do Sul), über den Finanzhaushalt entscheiden.
Eine Partei Deutschlands, die sich in ihrer Gründerzeit explizit zur Basisdemokratie bekannte, sind die Grünen. Damals machte die Partei ihrem Ruf als „Partei neuen Typs“ alle Ehre. Nach und nach wurden jedoch die Grundsätze, die einer Hierarchisierung entgegenstanden, zum Teil aufgegeben, da eine feste Führungsspitze aufgrund der Konstanz von der breiten Bevölkerung eher angenommen wird als ständig wechselnde Personen. Näheres zu der basisdemokratischen Struktur der Partei ist in ihrem Artikel zu finden.
Das Internet bietet neue Möglichkeiten praktikabler Basisdemokratie. Entscheidungen können auch dann schnell getroffen werden, wenn viele Menschen beteiligt sind. Chancen führte als erster Verein in Deutschland die e-Basisdemokratie per Satzung ein ….“ hier bitte weiterlesen
- Beispiele für basisdemokratische Modelle und Initiativen -
Mehr Demokratie e.V.
Diesen Verein gibt es seit 1988. Er ist gemeinnützig und eine überparteiliche Bürgeraktion. Man versteht sich als Bewegung zur Förderung der direkten Demokratie und sieht die direkte Demokratie als Chance und nicht als Gefahr für die Parlamente.
Der Verein hat sich die Aufgabe gestellt, zu informieren, Kampagnen zu starten sowie Parlament und Politikerinnen und Politiker von der Notwendigkeit der verstärkten Einführung von Volksabstimmungen zu überzeugen und sich dafür einzusetzen, die gesetzlichen Hürden für Volksabstimmungen auf kommunaler, Länder- und Bundesebene abzusenken. Das Recht auf Abstimmungen gibt es zwar in allen Bundesländern, auf Gemeindeebene und auf Landesebene. Wirklich bürgerfreundlich sind die Verfahren aber nur in wenigen Ländern. Deshalb haben Volksentscheide noch Seltenheitswert. Und auf Bundesebene werden sie uns bisher gänzlich verweigert. Es ist bezeichnend, daß Deutschland ist das einzige Land in Europa ist, das noch keinen nationalen Volksentscheid erlebt hat. Mehr Demokratie e.V. ist über das Hauptstadtbüro und acht Landesbüros ansprechbar und stellt sich bei geplanten Bürger- und Volksbegehren als Beratungspartner zur Verfügung.

Entsprechende Publikationen, wie den Bürgerbegehrens- und Volksbegehrensbericht sowie das Volksentscheids-Ranking findet man neben vielen anderen Informationen auf deren Internetseite: klick hier
Münchener Modell, fließendes Geld und bedingungsloses Grundeinkommen
Das Münchener Modell verbindet die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens mit dem Konzept des sogenannten “Fließenden Geldes”. Anders als bei den meisten klassischen Finanzierungsmodellen, die einen politische Entscheidung innerhalb unserer politischen Gemeinschaft erfordern, lässt sich das “Münchner Grundeinkommensmodell” bereits jetzt schrittweise “von unten” einführen. hier bitte weiterlesen
einschränkende Bemerkung:
Diese Initiative ist zwar sehr interessant und sie ist es auch wert, sie weiter zu verfolgen, zu verwenden oder sich einzubringen. Sie liegt sie im großen und ganzen auf der Linie von Egon W. Kreutzer, nur daß EWK die Sache grundlegender und auf einer breiteren Basis angeht.
Dieses Münchener Modell mit seinem „fließenden Geld“ bezieht sich ausschließlich auf Vermögenseinkünfte, die beim Kreutzer-Modell auch berücksichtigt werden. Aber der grundlegende Unterschied ist der, daß EWK die komplette Eigentumsproblematik incl. Eigentum an Grund und Boden angeht. Meine Meinung ist, daß man eine wirklich gesamtgesellschaftliche Lösung nur unter Einbeziehung dieser Faktoren erreichen kann. Das Münchener Modell ist jedoch ein geeigneter Ansatz, um einen Einstieg in die Umsetzung zu vollziehen.
Etwas Wesentliches darf jedoch nicht vergessen werden: die Geld- und Zinsproblematik, die man aus diesem Zusammenhang nicht herauslösen darf. Dazu liefert EWK ebenfalls Erklärungs- und Umsetzungsvorschläge. Auch Johannes Heinrichs ist der gleichen Meinung, daß ohne eine Entschärfung des Geld- und Zinsunwesens eine gerechtere Gesellschaftsform überhaupt nicht zu realisieren ist.
Willi-Weise-Projekt
Beim Willi-Weise-Projekt handelt es sich um die durchaus ernst zu nehmende Initiative „Kuratorium Neue Demokratie“, die ihren Schwerpunkt auf der Kritik und Abschaffung der weltweiten „Geld-Sklaverei“ gesetzt hat. Wie Kreutzer, Heinrichs u. a. sieht man auch bei diesem Projekt das derzeit herrschende Finanz-, Geld- und Zinssystem – zu Recht (d. Verf.) als Verursacher fast allen Übels an.
Uns allen liegt es doch sehr am Herzen, ein neues Gesellschaftsmodell zu forcieren – an Utopien, Ideen und Modellen mangelt es eigentlich gar nicht. Es geht um die Form der Umsetzung bzw. den Ansatzpunkt, an dem in der Realität die ersten Schritte getätigt werden und – vor allen Dingen – darum, wie man die Menschen dazu bringt, aktiv mitzumachen.

Die Schwerpunkte von Willi Weise sind: Lösung des Geld- und Zinsproblems, Eigentumsrecht und ein direktes Demokratiemodell. Die Startseite stellt sich zwar bunt und etwas reißerisch dar, aber, was dort steht, hat trotzdem Hand und Fuß. Außerdem enthält die Webseite:
- unter Idee / Ethik: Leitlinien der Intuition, Vision und Herzensbildung
- unter Ziele: die 3 Kernpunkte der Demokratieumgestaltung
1. mehr Selbst- und Mitbestimmung
2. moderne Steuer- und Sozialsysteme
3. zukunftsorientierte Wirtschaft und Bildung
- die Kandidaten: bereits ein Direktwahlsystem mit einer großen Anzahl von namentlich genannten unabhängigen Kandidaten (mit Profil) für die nächste Bundestagswahl und Angebot eines Entscheidungssystems mit Hilfe der Erstellung von Bürgergutachten
Dies könnte ein umsetzbares Konzept sein, auf das man Schritt für Schritt einsteigen könnte, ohne sich vorher in zeitraubenden Theoretisierungen zu verausgaben.
In diesem Zusammenhang eine bemerkenswerte Aussage von Max Steinbeis: (gefunden auf Verfassungsblog.de)
„Ich bin ein glühender Demokrat. Aber ich glaube kein bisschen daran, dass “das Volk” immer auch das Recht auf seiner Seite hat. Demokratie heißt nicht, dass 50 Millionen besser wissen, was gut und richtig ist, als 50.000. Demokratie ist nicht die Herrschaft der Vielen über die Wenigen. Demokratie ist ein Mittel zum Zweck, die Freiheit zu gewährleisten. Sie gewährleistet, dass die Inhaber von Macht nur begrenzt ihre Macht dazu einsetzen können, an der Macht zu bleiben. Das ist es, wofür mein Demokratenherz pocht (ebenso wie das der Demonstranten vom Tahrir-Platz übrigens). Gerade deshalb gibt es wenig Undemokratischeres als ein Mächtiger, der sich unmittelbar auf den Willen des Volkes stützt statt auf das Recht.“ [/Zitat]
Thesen der Willi-Weise-Seite und Einleitung ins Thema: hier bitte weiterlesen
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D. Säulen unserer Gesellschafts- und Rechtsordnung
Wir müssen uns darüber im klaren sein, daß eine wirkliche Neuorientierung nur gelingen kann, wenn wir uns an bisherige Tabuthemen herantrauen und Bereitschaft entsteht, sich von altem Ballast zu befreien und neue Wege zu gehen. Dazu gehören insbesondere die im folgenden aufgeführten Komplexe des Vermögens- und Eigentumsrechts sowie das Geld- und Zinswesens.
In diesem Zusammenhang verweisen wir auf die entsprechenden Beiträge in unserem Forum unter Punkt 4 klick und zitieren an dieser Stelle besonders einige Ausführungen von Egon W. Kreutzer zu diesem Thema. Ausführlichere Erläuterungen erhaltet Ihr auf seiner Seite klick hier . Außerdem gibt es im Netz unter dieser Thematik noch andere Autoren, die nennenswertes dazu geschrieben haben.
a. Vermögens- und Eigentumsrecht
Einführung in das Thema „wahlfreies Grundeinkommen“ auf der Basis eines neuen Eigentumsmodells
nach Egon W. Kreutzer – aus Wolfs wahnwitziger Wirtschaftslehre – Band IV
Egon W. Kreutzer hat neues revolutionierendes Eigentums-Denkmodell aufgestellt, das mit einem sozialeren Eigentumsbegriff arbeitet, wobei er zwischen aggressivem und friedlichem Eigentum unterscheidet. In diesem Zusammenhang hat EWK den bereits vorliegenden zahlreichen BGE- Versionen eine Ausführung entgegen gestellt, die die Vermögensbasis incl. Grund und Boden bei der Berechnung mit einbezieht.

Um den Interessierten einen Einblick ins Konzept zu verschaffen, zitieren wir nun aus dem Vorwort aus Kreutzers Buch wie folgt:
„Mit diesem Buch habe ich den Versuch unternommen, eine Grenze zu ziehen zwischen jenem guten und nützlichen Eigentum, das sich in einer Gesellschaft gleichberechtigter und gleichwertiger Menschen – ohne Probleme auszulösen – erwerben und verwenden läßt – und seiner häßlichen und schädlichen Ausprägung. Es handelt sich dabei um jene Form von Eigentum, dessen Anhäufung Ungerechtigkeit, Not, Aufruhr und Krieg hervorbringt und jede Gesellschaft – selbst eine bestmöglich demokratisch verfaßte – unweigerlich in Privilegierte und Nichtprivile- gierte, in Herrscher und Beherrschte spaltet.
Dazu war es erforderlich, den Eigentumsbegriff in allen seine Facetten zu beleuchten und insbesondere jene Formen des Eigentums zu betrachten, die über die reine physische Gewalt über Sachen hinaus gehen, nämlich alle jene Rechtspositionen, die es ihrem „Inhaber“ erlauben, die freie Entfaltung der Fähigkeiten anderer Menschen davon abhängig zu machen, daß sie sich bereit erklären, ihm, dem Recht-Inhaber einen Tribut in Gestalt eines Zins oder einer Lizenzgebühr zu zahlen.
Diese über das reine physische Sich-Aneignen hinaus gehende Eigentumsform beginnt durchaus schon da, wo nach allgemeinem Verständnis doch nichts als das ganz selbstverständliche Verfügungsrecht über den „eigenen“ Grund und Boden ausgeübt wird. Das ist dann der Fall, wenn es sich dabei um Flächen handelt, die weder vom Eigentümer noch von seinen Unternehmen und Organisationen selbst genutzt werden. Dieses wiederum bedeutet, daß das Eigentumsrecht ganz explizit nicht der Ermöglichung einer eigenen „Produktion“ dient, sondern ausschließlich zur Verhinderung bzw. Erschwerung aller anderen ausgeübt wird, um dadurch schließlich eine parasitäre Teilhabe an der Leistung anderer zu gewinnen.
Ihre „Vollendung“ finden diese Eigentumsformen dort, wo Patente und Schutzrechte mißbraucht werden, wo in erpresserischer Absicht Geld gehortet wird und wo die Verfügungsgewalt über die Medien genutzt wird, um die Wahrheit zu unterdrücken.
Ich habe des weiteren dargelegt, daß schon ein geringes Maß an „schlechtem, aggressivem“ Eigentum zu seiner Wahrung Gewalt erfordert, daß eine leichte und schnelle Gewöhnung an eine solche Gewaltanwendung eintritt, die wiederum dazu verführt, Eigentum nicht nur gewaltsam zu bewahren, sondern es – der Einfachheit halber – mit Hilfe der aufgebauten Gewaltpotentiale auch gewaltsam zu mehren. Dabei wird erkennbar, daß Eigentum und Gewalt, Gewalt und Eigentum sich nicht nur bedingen, sondern sich gegenseitig verstärken und zuletzt nur noch ein Ziel haben können: nämlich allen vorhandenen Besitz auf einen Eigentümer zu vereinen.
Die Schlußfolgerung daraus ist bestürzend. Der unbegrenzte Eigentumsbegriff, den die westlich-kapitalistischen Demokratien herausgebildet haben, läuft den Bemühungen, ein friedliches und harmonischen Miteinander der Menschen und der Völker zu erreichen, zuwider. Die Sozialbindung des Eigentums, wie sie im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland zwar formuliert, aber in der gelebten und von der Rechtsprechung geformten Verfassungswirklichkeit nicht existent ist, muß dringend normiert und eingeklagt werden“. [/Zitat]
Zum Schluß hier nochmals zum besseren Verständnis der Differenzierung des Eigentumsbegriffs ein Auszug aus o. a. Buch – und zwar der Teil der Inhaltsangabe, der sich mit diesen Thema beschäftigt:
Der Eigentumsbegriff
1. friedliches Eigentum
- des Individuums an sich selbst
- des Individuums an seinen zum Verbrauch bestimmten Vorräten
- an langlebigen Wirtschaftsgütern
- an Wohnraum und Garten
2. aggressives Eigentum an
- Grund und Boden über Wohnraum und Garten hinaus
- Produktionsmitteln
- Verwertungsrechten, also Ideen, Erfindungen, künstlerischen Werken
- Wasser, Luft, Saatgut und anderem Erbgut
- Ansprüchen auf Geld über das Maß einer vernünftigen Vorsorge und Existenzsicherung hinaus
- der Lebenskraft anderer Menschen (Sklaverei und vergleichbare Formen der Beherrschung)
Diejenigen, die sich die genannte Literatur nicht beschaffen wollen, kann ich auf die folgenden 5 Links verweisen. Diese Artikel von Egon W. Kreutzer enthalten zum großen Teil die in seinem Buch genannten Thesen und einiges darüber hinaus.
Also – ganz einfach herunterladen – es lohnt sich:
- Utopie mit Charme (Teil 1) klick hier
- Utopie mit Charme (Teil 2) klick hier
- Utopie mit Charme (Teil 3) klick hier
- Utopie mit Charme (Teil 4) klick hier
- Utopie mit Charme (Teil 5) klick hier
b. Geld- und Zinswesen
Die Sache mit dem Zins
Hier gehören natürlich auch die oben angeführten Modelle von Egon W. Kreutzer, Willi Weise und Johannes Heinrich dazu, die ebenfalls klare Vorstellungen formulieren, auf welche Weise das Zinssystem eliminiert werden kann und was an seine Stelle treten kann.
„Angebot zur Abkürzung einer ermüdenden Diskussion
Im Ringen um den rechten Weg für eine neue Geldverfassung wächst die Zahl der Anhänger des Gedankens, der Zins an sich sei im Geldwesen eine vollkommen harmlose Erscheinung; die eigentliche Gefahr gehe nicht vom Zins, sondern ausschließlich von der Hortung aus.
So werden der Wachstumszwang und die Notwendigkeit der sich stetig ausweitenden Neuverschuldung, also letztlich auch das Wachstum der Guthaben, ganz ausschließlich der Hortung von Geld zugeschrieben. Die Hortung, heißt es dann weiter, könne aber nur durch eine Umlaufsicherungsgebühr unterbunden werden, niemals durch ein Zinsverbot.
Das habe ich lange als zulässige "Meinungsäußerung" in einer offenen, auf gemeinsamen Erkenntnisgewinn gerichteten Diskussion angesehen und mich nur so weit dazu geäußert, wie ich direkt dazu angesprochen und um meine Auffassung befragt wurde. Dabei habe ich in großem Respekt vor den Gedanken und dem Erkenntnisstand meiner jeweiligen Partner viele, z.T. sehr ausführliche Diskussionen geführt.
Da sich der Gedanke in den letzten Monaten im Internet jedoch epidemisch ausbreitet, sehe ich die Notwendigkeit, zu alledem heute noch einmal - so umfassend wie nötig und so abschließend wie möglich – Stellung zu beziehen.“ [/Zitat]
bitte hier weiterlesen: klick
c. Der Gesellschaftsvertrag
Dieser wirklich substantiellen Kommentar zum Zustand unserer Gesellschaft ist im Blog.Fremdstoff.org zu finden, weshalb er hier ungekürzt und ohne weitere Bemerkungen wiedergegeben ist:
Der Gesellschaftsvertrag ist aufgekündigt (Text von Oliver Gärtner aus Kiel) - blog.fremdstoff.org
„Wir leben in einer hochgradig arbeitsteiligen, organisierten und überbevölkerten Gesellschaft. Darin kann nahezu kein Mensch mehr seine elementaren Grundbedürfnisse Wasser, Nahrung, ein Dach über dem Kopf und Wärme direkt selbst bestreiten: das Land, das einem hier Geborenen anteilsmäßig gehört, ist bereits vor seiner Geburt aufgeteilt: er kann sich keine Nahrung beschaffen und keine Behausung bauen. Wasser ist nur eingeschränkt erhältlich, weil schadstoffbelastet; Brennholz bedarf wieder eines Stück Landes. Davon abgesehen verhindert die Überbevölkerung eine Subsistenzwirtschaft.
Somit ist der Bürger auf Arbeit und Entlohnung angewiesen, um seine Grundbedürfnisse zu bestreiten. Die Bürger dieses Landes haben vor langer Zeit gedanklich einen Gesellschaftsvertrag unterschrieben. In diesem gedanklichen Vertrag ist die Abkehr von der Selbstversorgung und die Entwicklung zu einer organisierten arbeitsteiligen Gesellschaft festgeschrieben. Die Bürger geben zum Wohle Aller ihre Eigenständigkeit auf. Als Gegenleistung muss ihnen jedoch Arbeit und Entlohnung zugesichert werden. Wenn nicht, dann ist die Grundlage der arbeitsteiligen organisierten Gesellschaft nicht mehr gegeben.
Es ist also kein Akt der Gnade, wenn die Gesellschaft dafür Sorge trägt, dass jedem Bürger eine Grundsicherung zusteht, sondern sogar ihre höchste Pflicht. Andernfalls stellt sie sich selbst in Frage. Heute haben wir den Zustand erreicht, dass die Gesellschaft ihrer Pflicht faktisch nicht mehr nachkommt. Der Bürger wird nicht als Rechteinhaber, sondern als Bettler behandelt. Das geht mit systematischer Erniedrigung einher. Die Gesellschaft stellt nicht mehr nur ihr Modell in Frage, sie hat mittlerweile sogar die Grundlage ihres Modells zerstört. Ein so immenser Bruch in der Gesellschaft wird dramatische Folgen haben. Auch die systematische Manipulation durch die Medien wird das allenfalls hinauszögern aber nicht verhindern können.
Irgendwann wird auch dem naivsten Bürger einmal klar, dass der Gesellschaftsvertrag einseitig aufgekündet wurde. Der Vertrag, der wie ein Kleber diese Gesellschaft zusammen hält, hört auf zu existieren. Und die Gesellschaft in ihrer jetztigen Form ebenso.“ [/Zitat]
zum Originaltext bitte hier klicken
Wir sollten keinen Gedanken an Demokratiereformen verschwenden, wenn wir uns nicht zuvor trauen, unsere existenziellen gesellschaftstragenden Pfeiler zu erneuern und zu festigen.
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E. mögliche Handlungsalternativen
- Formen individuellen Protestes und Ausdruck von Empörung/Gegenwehr für jedermann/jedefrau
Wir haben einige Exempel und beispielhafte Bücher zusammenzutragen, die wir als vorbildlich für aktuelle Formen des Widerstandes erachten:
Beispiel A: Empört euch! von Stéphane Hessel
„Er kämpfte in der französischen Résistance, war später Diplomat und weiß die republikanischen Ideale hochzuhalten. Und seit kurzem ist Stéphane Hessel auch Autor eines schmalen Bestsellers: Auszüge aus seinem Pamphlet „Empört euch!“, das Frankreich bewegt.

Das ist fast so etwas wie die allerletzte Etappe: 93 Jahre. Das Ende ist nicht mehr fern. Welch eine Chance, an das Fundament meines politischen Engagements zu erinnern: die Jahre der Résistance und das Programm, das der Nationale Widerstandsrat vor ….“ bitte hier weiterlesen
Viel fundamentaler formuliert es Albert Camus, der dem „COGITO ERGO SUM“ von Descartes sein „ICH EMPÖRE MICH, ALSO SIND WIR“ entgegen stellt. Hier ist das Zitat, das dem Leid der Menschen und der daraus resultierender Empörung / Revolte eine existentielle, kollektive und solidarische Funktion zuweist:
„Zunächst jedoch sehen wir hier den ersten Fortschritt, den der Geist der Revolte auf ein Denken ausübt, das anfänglich von der Absurdheit und der scheinbaren Sterilität der Welt durchdrungen war. In der Erfahrung des Absurden ist das Leid individuell. Von der Bewegung der Revolte ausgehend, wird ihm bewußt, kollektiver Natur zu sein; es ist das Abenteuer aller. Der erste Fortschritt eines von der Befremdung befallenen Geistes ist demnach, zu erkennen, daß er diese Befremdung mit allen Menschen teilt und daß die menschliche Realität in ihrer Ganzheit an dieser Distanz zu sich selbst und zur Welt leidet. Das Übel, welches ein Einzelner erlitt, wird zur kollektiven Pest. In unserer täglichen Erfahrung spielt die Revolte die gleiche Rolle wie das „Cogito“ auf dem Gebiet des Denkens: sie ist die erste Selbstverständlichkeit. Aber diese Selbstverständlichkeit entreißt den einzelnen seiner Einsamkeit. Sie ist ein Gemeinplatz, die den ersten Wert auf allen Menschen gründet. Ich empöre mich, also sind wir.“
- Albert Camus, "Der Mensch in der Revolte" –
Zusammenfassung einer Kritik an Stéphane Hessels Essay „Empört Euch“
Die folgende Kritik sollte nicht falsch verstanden werden. Wir sind froh darüber, daß es einen solchen Appell wie den von Hessels gegeben hat, aber gerade in der Kritik können weitere Handlungsalternativen aufgezeigt werden, an die der Autor nicht gedacht hat:
Stärke des Textes
Die Stärke dieses Textes ist, daß er seine Leser in einem emotionalen Verständnis der Wirklichkeit abholt, welches zwar nicht für Hessels Alter, aber doch für die Generation, die jetzt auf den Schulen und Universitäten ist, prägend ist. Und darin ist der Text wirklich gut.
Aufstand der Friedfertigkeit
Es wird ein "Aufstand in Friedfertigkeit" gefordert . Denn Gewalt, das geht ja gar nicht. Wie war das noch mit der Resistance am Anfang des Textes? Jüdische Geschichte scheint mir durchaus auch von Gegnern geprägt, gegen die man sich auch mal wehren muss.
Friedfertigkeit ist ein hehres Ziel, aber die Weltbeherrscher setzen andere Mittel ein, um uns zu regieren, ruhig zu stellen, zu reglementieren, gefügig zu machen, abzulenken und zu verdummen und uns für ihre Zwecke einzuspannen. Waffengewalt, psychische oder physische und riesige finanzielle Mittel für Propaganda- und Gehirnwäschestrategien werden eingesetzt.
Reine Friedfertigkeit, um dagegen vorzugehen, reicht da bei weitem nicht aus! Wir müssen unsere einzige Stärke, die wir besitzen – nämlich die Mehrheit – dazu benutzen und uns zusammenschließen, um uns lautstark mit geeigneten verbalen, schriftlichen sowie physischen und psychischen Ansätzen gegen die Anschläge auf uns zu wehren! Schließlich haben wir es mit nichts anderem als Staatsterrorismus zu tun.
Fehlen von Handlungsempfehlungen
Hessels Aufruf fehlt das, was andere Essays politisch erfolgreich gemacht hat: Die Entwicklung von Handlungsempfehlungen aus einer kritischen Analyse der Verhältnisse heraus. Nur Emotionen, das reicht halt nicht als Politik. Und so bleibt die einzige Wirkung dieses kleinen Bändchens dann doch die Selbstvergewisserung derjenigen Leser, die Hessels Abneigung gegen die Entwicklung dieser Welt teilen, aber dann selbst auch keine Antworten haben. Das ist zu wenig!
Außerdem ist der Artikel insgesamt zu emotional. Etwas mehr Analyse wäre angebrachter, sodaß am Ende vielleicht ein paar nachvollziehbare Handlungsempfehlungen jenseits von "empört euch!" herausgekommen wäre.
Die Probleme sind längst größer als es der Text Hessels zum Ausdruck bringt. Reine Empörung wird da nichts mehr ausrichten können. Was wir brauchen, sind zunächst klare Analysen, die auch auf dem Instrumentarium der Evolutionstheorie aufsetzen. Sonst geht die angefangene Entwicklung nämlich ungebremst so weiter, und wir Menschen werden zu austauschbaren Zellen von um Marktanteile kämpfenden Konzernen degradiert und wir nehmen wieder Kurs auf die Steinzeit.
Roß und Reiter werden nicht genannt – d. h. es fehlt die radikale Analyse
Es wäre mehr Kraft zu wünschen, mehr Argumentation hinsichtlich der moralischen Verpflichtung. Die Frage: Warum Widerstand? wird zu pauschal und lapidar beantwortet mit: Weil es in der Menschenrechtscharta steht! Zudem wird zu wenig benannt, wo die Hebel anzusetzen sind, wie dieser Widerstand aussehen könnte. Nein, es wird keine Anleitung für Empörung und Widerstand für Dummies gefordert, nur etwas mehr Futter und, wie gesagt, Schlagkraft, Eindruck. Sonst kommt der Empörte unserer Tage wie ein zahnloser Tiger daher. Denn: Empört sind wir weitläufig. Den meisten Menschen fehlt es auch nicht an Visionen von einer gerechteren Gesellschaft. Es fehlt die Kraft zur Veränderung, die Eigeninitaitive, das Durchhaltevermögen, der Mut, und vielleicht auch der echte Leidensdruck einer breiteren Masse, zumindest (noch) in den Industrienationen.
Hessel hält die Welt für ungerecht, speziell was die Verteilung von Einkommen angeht. Insbesondere ist für ihn das Treiben der Finanzwirtschaft äußerst bedenklich. Über all das soll man sich - so Hessel - empören.
Es mangelt - wie in der Politik so üblich - einmal mehr an einem evolutionstheoretischen Ansatz bei den Überlegungen. Zunächst einmal: Völlige Gleichheit ist nicht möglich. Sie würde absoluten Stillstand bedeuten. Gleichheit gibt es dann, wenn das Universum den Wärmetod gestorben ist. Evolution ist dagegen nur in der Ungleichheit möglich. Diese Erkenntnis Darwins gehört zweifellos zu den wichtigsten Einsichten der letzten 200 Jahre.
Die Frage ist nur: Wie viel Ungleichheit darf es sein, damit die Unterschiede noch sozial verträglich bzw. menschenwürdig bleiben? Etwas Ähnliches steht bei der Frage nach den Lebensressourcen noch aus: Wie viel Geld sowie Vermögen soll ein einzelner Mensch anhäufen und vererben dürfen? Gleiches Einkommen für alle Menschen scheint nicht zu funktionieren.
Ein anderer Punkt ist die nicht ausreichende Behandlung der Unternehmensproblematik. Für einige Evolutionstheoretiker sind Unternehmen "Superorganismen", die einer eigenständigen Evolution unterliegen. Gemäß solchen Auffassungen ist nicht länger der Mensch die Krone der "Schöpfung", sondern die Unternehmen sind es. Wir haben das wirklich Menschliche den angeblich höheren Zielen der Unternehmenswelt geopfert. Darüber könnte man sich z. B. die ganze Zeit empören (zumal die Vorantreiber dieser Entwicklung oftmals aus dem politischen Umfeld Hessels stammen).
TINA – angebliche Alternativlosigkeiten
Wir sollten uns fragen, warum wir nicht aus unseren Fehlern und der Vergangenheit lernen, warum wir nicht auf die Straße gehen, warum wir so dämlich wählen, warum wir nicht die Paläste stürmen und warum wir tatenlos zusehen, wie die berühmte Schere, die zwischen Arm und Reich immer weiter aufgeht und die Hessel auch als Bild benutzt, dulden und als alternativlos hinnehmen.
TINA - there is no alternative, das ist die Verdummungs- und Stillhalteparole schlechthin. Was früher die Religion in allen Ausformungen mit Versprechen paradiesischer Zustände im Jenseits oder Rechtfertigung sozialer Mißstände mit metaphysischen Reinkarnationsmodellen war, das erledigt heute TINA. Die einzige Konsequenz daraus wäre: Kill TINA. Und: Fang den Fuchs, den Hessel erwähnt. Den, der derzeit alle Freiheiten im Hühnerstall genießt. Das ist das Bild, das noch mitnehmenswert ist.
Empörte und Motivierte engagiert und organisiert Euch !

Mit den Motivationslosen, den Resignierten, geistig Überforderten, Profiteuren und ideologisch Irregeleiteten können wir nicht auf Unterstützung rechnen bei unseren Bemühungen um eine bessere Welt. Nur die bereits Infizierten, Motivierten, Informierten und Aktionswilligen, die jedoch noch ratlos bezüglich der Strategie und unorganisiert bzw. unvernetzt vor sich herwerkeln, sind die Bank, auf die wir zurückgreifen können.
Viel fundamentaler formuliert es Albert Camus, der dem „COGITO ERGO SUM“ von Descartes sein „ICH EMPÖRE MICH, ALSO SIND WIR“ entgegen stellt. Hier ist das Zitat, das dem Leid der Menschen und der daraus resultierender Empörung / Revolte eine existentielle, kollektive und solidarische Funktion zuweist:
„Zunächst jedoch sehen wir hier den ersten Fortschritt, den der Geist der Revolte auf ein Denken ausübt, das anfänglich von der Absurdheit und der scheinbaren Sterilität der Welt durchdrungen war. In der Erfahrung des Absurden ist das Leid individuell. Von der Bewegung der Revolte ausgehend, wird ihm bewußt, kollektiver Natur zu sein; es ist das Abenteuer aller. Der erste Fortschritt eines von der Befremdung befallenen Geistes ist demnach, zu erkennen, daß er diese Befremdung mit allen Menschen teilt und daß die menschliche Realität in ihrer Ganzheit an dieser Distanz zu sich selbst und zur Welt leidet. Das Übel, welches ein Einzelner erlitt, wird zur kollektiven Pest.
In unserer täglichen Erfahrung spielt die Revolte die gleiche Rolle wie das „Cogito“ auf dem Gebiet des Denkens: sie ist die erste Selbstverständlichkeit. Aber diese Selbstverständlichkeit entreißt den einzelnen seiner Einsamkeit. Sie ist ein Gemeinplatz, die den ersten Wert auf allen Menschen gründet. Ich empöre mich, also sind wir.“
- Albert Camus, "Der Mensch in der Revolte" –
Beispiel B: WEHRT EUCH! ….ein Aufruf von Rainer Kahni gen. Monsieur Rainer
Nach Stéphane Hessels Pamphlet „Empört Euch“ gibt es nun „Wehrt Euch“ von Rainer Kahni. Dieses Büchlein beinhaltet eine schonungslose Aufarbeitung der jüngeren deutschen Geschichte verbunden mit einer vernichtenden Kritik an den derzeitigen gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen Deutschlands. Kein Wunder also, daß dieses neue Pamphlet von Rainer Kahni zur Zeit sehr gefragt ist, aber aus verständlichen Gründen von den Profiteuren und Verteidigern des herrschenden System zerrissen wird.
Das ist nur ein Grund mehr für uns, diese Schrift in unser Repertoire zu übernehmen und Sie Euch wärmstens ans Herz zu legen. Stéphane Hessels haben wir deswegen kritisiert, weil er in seinem „Empört Euch“ sich zu sehr auf das reine Empören verlegt und konkreten Handlungsalternativen für Wege aus der Misere vergessen hat. Rainer Kahni hingegen stellt in seinen Kapiteln 11 und 12 (siehe Inhaltsverzeichnis) einen Verfassungsentwurf für Deutschland vor, der die Wege einer Systemreform und einer direkteren demokratischen Ordnung in sich trägt.

Alleine aufgrund der Tatsache, daß unser provisorisches Grundgesetz immer noch nicht von einer Verfassung abgelöst wurde, obwohl das GG vorschreibt, daß dies nach einer Wiedervereinigung zu geschehen hat – und wegen anderer Kriterien - behauptet der Autor, daß Deutschland weder eine Demokratie noch ein Rechtsstaat ist. Mittlerweise sind 22 Jahre vergangen, und die Politikerkaste macht immer noch keine Anstalten, diese Rechtswidrigkeiten zu beseitigen. So ist in diesem Kontext auch nochmals zu erwähnen, daß wegen der noch nicht vollzogenen Aufforderung des Bundesverfassungsgerichtes, die Regelung bzgl. der Überhangmandate zu beseitigen, die letzten Bundestagswahlen rechtlich als ungültig betrachtet werden müssen und zukünftige Wahlen ohne Änderung des Tatbestandes ebenfalls keine Gültigkeit besitzen. Dies sei nur zu den gebetsmühlenartig vorgetragenen Proklamationen der Politiker gesagt, sie stünden auf dem Boden des GG!
In Kapitel 10 stellt Rainer Kahni die richtigen provokativen Fragen, die sich jeder stellen sollte, und ruft zum Kampf mit demokratischen Mitteln und zu engagierter Gegenwehr auf. In diesen Zusammenhang paßt das folgende Tucholsky-Zitat genau:
Verärgerte Bürgerliche sind noch lange keine Revolutionäre.
Zudem greift Kahni die deutsche Politik, Wirtschaft, die Medien und die tatenlosen Bürger an, die unhaltbare Zustände in wie die folgenden entweder dulden oder sogar fördern:
- ökologische Mißstände
- Wachstums- und Konsumideologie
- Agrar- und Subventionswahnsinn
- Unterstützung von Despoten, weil sie wirtschaftlichen Nutzen versprechen
- Führung von Angriffskriegen
- Politikerkorruption
- Wirtschaftsfeudalismus u. v. a.
Hier ein Kommentar mit anschließendem Inhaltsverzeichnis zum Buch von Verlagsseite:
„Eine unappetitliche Melange aus dem Kapital, den Medienzaren und deren Marionetten in den Parlamenten greift immer unverfrorener nach der Macht im Staate. Ihre Entscheidungen stossen bei der Bevölkerung auf immer mehr Unverständnis. Groll und Unmut machen sich breit. Die Mächtigen machen sich Sorgen. Denn das Volk ist so wehrlos nicht, wie man überall besichtigen kann. Greift der Freiheitswille der Menschen bald auf Europa über? Der Ruf schallt durch die Lande: WEHRT EUCH!“
Inhaltsverzeichnis:
- Deutschland hat keine Verfassung
- Deutschland ist keine Demokratie
- Deutschland ist kein Rechtsstaat
- Der Agrarwahnsinn
- Was kostet die Meinung eines Politikers?
- Die Komplizen der Despoten
- Das Töten geht weiter
- Die Totengräber Europas
- Zeitenwende
- Wie lange noch?
- Die Bürger Deutschlands fordern eine Verfassung
- Die deutsche Verfassung
WEHRT EUCH! hier bitte weiterlesen
vom gleichen Autor: Die Totengräber der Demokratie hier bitte weiterlesen
Webseite von Monsieur Rainer - bitte hier klicken

Beispiel C: Bürgeraufruf von Friedrich Schmidt „Wir sind das Volk"
Uns reicht es! Dringender Bürgeraufruf im Sinne des Art. 5 Abs. 1 GG
Wir sind das Volk!
Gegen Parteiendiktatur und hier nie dagewesene Systemverlogenheit!
„Wir wollen funktionierende Gerichte in allen Instanzen und keine heimlich errichteten Justizbordelle mit meist systemabhängigen Freislernachfolgern, die nach eigenem Gutdünken, Korruptionserwartungen und Systemwünschen gegen einfachste Gerechtigkeitsvorgaben verurteilen können!
Verjagt notfalls die uns finanziell vollkommen ruinierenden Politik- und Verfassungshochverräter der nur und stets zu ihrem alleinigen Vorteil herrschenden Politikklasse aus dem Land! Schickt sie zurück zu ihren heimlichen Auftraggebern der angemaßten Weltenherrscher bei Bilderberger & Cie. ….“
bitte hier im KRITISCHEN NETZWERK weiterlesen: klickt hier
Im folgenden sind einige konkrete Beispiele genannt, unter welchen Gesichtspunkten man seine persönliche und die daraus resultierende gesellschaftliche Veränderung angehen kann:
Beispiel D: Protest! - Wie ich die Welt verändern und dabei auch noch Spaß haben kann (von Kirsten Brodde)
siehe auch unsere Literaturecke: klickt bitte hier
Die folgenden Anleitungen gibt uns Kirsten Brodde darin an die Hand:
- „Ruhig klein anfangen! Beginnen Sie mit kleinen Aktivitäten, die man sofort machen kann. Um sich für eine eigene Aktion warm zu laufen, starten Sie am besten mit einem Testlauf in ihrem persönlichen Umfeld. So erkennen Sie am schnellsten, ob Ihre Botschaft auch richtig verstanden wird und Ihre Aktion funktioniert.
- Einfaches zum Mitmachen wählen! Starten Sie ihre erste Unterschriftenaktion und werben Sie für ihr Anliegen. Nicht jedem liegt es, selber etwas zu formulieren, aber unterschreiben tun dann doch viele. Gewinnen Sie zuerst Familie und Freunde für ihr Anliegen und bitten Sie dann, die Sache Freunden weiter zu empfehlen.
- Nachhaken! Fragen Sie doch mal die Verkäufer in den Läden, woher die Ware eigentlich kommt. Falls ihnen die Auskünfte nicht ausreichen, rücken Sie dem Konzern auf die Pelle. Die wollen gläserne Kunden, sie wollen gläserne Produkte.
- In der Nähe bleiben! Engagieren Sie sich beispielsweise in der Schule und lassen Sie sich als Elternvertreter wählen. Lassen Sie sich das Lokale nicht kleinreden, wer soll sich denn sonst für die Belange der Schule oder der Stadt einsetzen, wenn nicht die Bürger?
- Gleiche Interessen verbinden! Organisieren Sie ein Nachbarschaftstreffen. Setzen Sie sich an einen Tisch und finden Sie gemeinsame Themen, die ihnen unter den Nägeln brennen. Den meisten fallen spontan Sachen ein, die sich im Viertel verbessern lassen – ob eine Tempo-30-Zone oder eine neue Grünanlage.
- Bringen Sie Ihren Ärger zu Papier! Schreiben Sie einen Brief an ihren Abgeordneten mit dem Thema ihrer Wahl. Schreiben Sie über das, was Sie am meisten ärgert. Eine gepfefferte Mail ist auch gut, ein papierener Wust hat aber noch eine andere Wucht. Mit diesem Link findet man den für sein Viertel zuständigen Abgeordneten: klickt bitte hier
- Unterschreiben Sie eine Internetpetition! Oder nehmen Sie sich 15 Minuten Zeit und starten Sie selbst eine: klickt bitte hier
- Für manche ist halt der Protest per Klick der erste Schritt. Wer zuerst nur eine Petition unterzeichnet hat, traut sich irgendwann vielleicht auf die Straße. Den Grad seines Engagements kann jeder selber wählen. Sie möchten gerne anderen helfen und sich sozial engagieren? Dann nehmen Sie Kontakt mit einer Freiwilligenagentur auf!. Empfehlenswerte Links: www.geben-gibt.de, www.aktion-zusammenwachsen.de, www.berliner-tafel.de, www.tafel.de
- Andere Aktionen unterstützen! Beteiligen Sie sich an bestehenden Mitmach-Aktionen auf einer Plattform wie Campact klick oder GreenAction! klick Campact organisiert den Protest ein Stück weit vor, bei GreenAction können Sie auch ihre eigene Kampagne starten und Unterstützer finden.
- Treten Sie einer Organisation bei! Wenn Sie gesellig sind und sich von ein bisschen Vereinsmeierei nicht abschrecken lassen, finden Sie etwa bei einem Umweltverband schnell Gleichgesinnte. Nach der ersten gemeinsamen Aktion sieht dann die Welt gleich anders aus.
- Spaß muss sein! Für alle, die ein Quäntchen mehr Spaß wollen: Nutzen Sie die Reichweite von Cyberprotest-Formen und organisieren Sie einen Flashmob. Über das Internet können Sie so eine Meute von Mitmachern für Ihre Aktion mobilisieren, zum Beispiel unter Flashmob.de klick .Oder rufen Sie einen Carrotmob ins Leben. Eine Anleitung für eine Karottenmeute finden Sie unter klick Wer mehr will und an der Grenze zur Performance sein, kann etwa bei der Bewegungsstiftung in Verden/Aller lernen, wie man Großpuppen baut oder Straßentheater macht.
- Ein Tipp für Fortgeschrittene: Wagen Sie sich auf Ihre erste Demo. Gehen Sie zusammen mit anderen. Sie müssen sich nicht gleich an die Gleise ketten, eine Menschenkette ist zum Beispiel ein leichtfüßiger Einstieg und erreicht auch bei Jugendlichen schnell Kopf und Herz.“
Quelle dieser Informationen: klickt bitte hier
Beispiel E: unsere Ratschläge zur Neustrukturierung Ihres persönl. Tagesablaufes
- Spiritualität: über das eigene Leben hinausdenken, Sinn erleben
Hiermit meinen wir eine Transformation der materiellen Beweggründe durch eine Sinnsuche im Metaphysischen oder Religiösen. Denn eine über den Moment hinaus reichende Zufriedenheit erreicht man nicht im Besitzstreben. Nicht Haben ist die Devise – sondern Sein (siehe Erich Fromm).
- Selbstentdeckung: sich enträtseln, Lebensziel entdecken
Mit das wichtigste ist das Finden eines Lebenssinns. Die Grundlage dafür ist eine Reise ins Innere, um seine Potenziale auszuloten und sie zur Enfaltung zu bringen.
- Beziehungen: entinseln, entfalten
Damit ist gemeint, daß wir unsere übertriebenen narzißtischen Neigungen überwinden und unsere Beziehungen zu anderen Menschen auf einer liebevollen und mitfühlenden Basis ausbauen sollten.
- Gesundheit: Stressabbau, Erkennen von Zusammenhängen, Aktivierung von Körper und Geist
Gesundheit oder Krankheit ist ein ganzheitliches Ergebnis unserer körperlichen und seelischen Verfassung. Das bedeutet im Klartext, daß wir Gesundheit nur in einem Einklang erreichen können.
- Zeit: entschleunigen, entperfektionieren, Aufmerksamkeit erhöhen
Das Hier und Jetzt genießen ist die oberste Präferenz. Der Augenblick, die Freude am Detail und die Fähigkeit des Wunderns ist das einzige, was eigentlich zählt. Glück ist nicht abhängig von der Erreichung einer Perfektion.
- Geld: entschulden, entzaubern
Finanzielle Abhängigkeiten sollten konsequent abgebaut werden. Geld ist an sich nichts wert und nur Mittel zum Zweck. Die Entzauberung des Geldes als Götzen, dem man seine Seele verkauft, sollte vorrangige Motivation sein.
- Sachen: entrümpeln, entstapeln, aussortieren
Sachen haben nur dann eine Bedeutung, wenn sie sichtbar sind und ihr Wert so gewürdigt wird, daß sie Freude verursachen. Überflüssiges belastet nur und man sollte sich schleunigst davon trennen.
Beispiel F: Gemeinsamkeit leben
Wie der Volksmund früher schon sagte: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein!“
Gemeinschaft ist unsere geistige Nahrung, menschliche Wärme gibt uns ein Gefühl des Vertrauens und gegenseitiges Verständnis, schafft uns Sicherheit. Diese wichtigen menschlichen „Grundnahrungsmittel“ werden uns, wenn wir den momentanen Weg weiter beschreiten genommen.
- Doch wie wir alle schon oft gehört haben – Jammern hilft in einer solchen Situation nicht, sonst hätte sich schon längst alles verändert! Deshalb:
- hören wir auf zu Jammern!
- informieren wir uns!
- geben wir Informationen weiter!
- kommen wir zusammen!
- reden wir miteinander!
- unterstützen wir uns!
- hören wir uns gegenseitig zu!
- lernen wir uns kennen!
- lernen wir uns zu vertrauen!
- legen wir unsere Scheu ab!
- besinnen wir uns auf das Wesentliche!
- denken wir über eine gemeinsame Zukunft aller nach!
- leben wir unsere Überzeugung!
- tun wir das, was wir als Einzelner inmitten einer Gemeinschaft der Brüderlichen dazu beitragen können!
Und das alles tun wir nicht morgen – sondern seit gestern! Vergiss die gewohnten Bahnen und mach Dich gedanklich frei von Zwängen und Ängsten, versuche eine andere Perspektive auf das Leben und hör in Dich hinein. Höre bis auf den Grund. Schau auf Deine Bedürfnisse. Geh ganz nah ran. Dann schaue und höre noch ein letztes Mal Deine alltäglichen kleinen Sorgen und Nöte … sind sie es Wert? Sind sie es wirklich Wert, um damit Tage des gekränkten Stolzes zu verbringen? Öffne die Augen und schau Dir Deine Mitmenschen an – sie sind genau wie Du! Sie sind alle Menschen mit Erwartungen, Wünschen und Träumen in ihrem Leben. Auch sie haben Ängste und Nöte, auch sie weinen manchmal still am Abend, wenn Du sie nicht siehst. Trockne ihre Tränen - sei mit ihnen – werde Mensch!
Veränderung ist machbar!
Wo Du Dich engagierst und ob allein oder in einer Gruppe ist dafür nicht wichtig – die Hauptsache ist Du tust es von Herzen!“
Beispiel G: Simplify your life
Einfacher und glücklicher leben (ein vielbeachtetes Buch von Werner Tiki Küstenmacher mit Lothar J. Seiwert)
Entrümpeln Sie Ihre...
- Sachen
- Finanzen
- Zeit
- Gesundheit
- Beziehungen
- Familie
- sich selbst
siehe dazu die umfangreiche Buchvorstellung in unserer Literaturecke: klickt bitte hier
Beispiel H: ZeitBank?
Das Prinzip:
Menschen tun etwas für andere Menschen (z.B. Betreuung oder Nachbarschaftshilfe) und die Stunden werden auf einem persönlichen Zeitkonto der Teilnehmer des ZeitBank-Netzwerks gutgeschrieben. Dafür kann jeder Teilnehmer Gegenleistungen in Zeitstunden beziehen oder z.B. sein Zeitguthaben als Altersvorsorge ansparen. Die Teilnehmer, die keine Zeitstunden auf ihrem Konto haben oder selbst keine Leistungen anbieten, können Stunden kaufen (derzeit 8,00 €/Std.).
Die Durchführung:
Die ZeitBank ist eine virtuelle Bank, die Zeitguthaben der Netzwerk-Teilnehmer mittels eines Internetbuchungssystems verwaltet und dokumentiert. Insofern funktioniert sie wie das Online-Banking-System. Für Teilnehmer, die nicht online sind, organisiert die ZeitBank Filialen vor Ort, wo jeweils ein Kontenadministrator deren Buchungen ins Internet eingibt. Nur diese Teilnehmer verwenden Buchungsschecks, die dann vom Leistungsnehmer und Leistungsgeber abgezeichnet werden.
Das Ziel:
Ziel der ZeitBank ist die Förderung des ehrenamtlichen, zivilbürgerschaftlichen Engagements und der engmaschigen Vernetzung regionaler Gemeinschaften im sozialen Bereich. Die ZeitBank bietet ihren Netzwerk-Teilnehmern eine zusätzliche, gegen Inflation gesicherte Altersvorsorge auf Zeitbasis an. Indem Bürger heute z.B. anderen Bürgern helfen, zuhause alt zu werden, können sie für sich selber Hilfen beanspruchen, wenn sie selber welche benötigen bzw. wenn sie alt werden. Für die Qualität der Leistungen sind die beteiligten sozialen Dienste verantwortlich. Außerdem können Teilnehmer, die online sind, sich gegenseitig bewerten.
Die Guthabensicherung:
Die Sicherung dafür, dass für die Zeitguthaben in der Zukunft auch dementsprechende Gegenleistungen in Zeitstunden erbracht werden, ist die enge, nachhaltige Zusammenarbeit der beteiligten sozialen Dienste und – wie im Generationenvertrag – die Anzahl der Menschen, die mitmachen. Die Zeitwährung beruht auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit oder der Hilfe zur Selbsthilfe; daher ist die ZeitBank kein Kreditinstitut und kann weder Finanzprodukte vertreiben noch Einlagen in Euro sichern. In Euro gekaufte Stunden werden auf einem separaten Anlagekonto bei der Stadtsparkasse München verzinslich angespart und sind dort wie jedes andere Guthaben bei der Stadtsparkasse gegen Verlust
Hier der Link dazu: klickt bitte hier
Beispiel I: Flash-Mobs / Flashmobs
Wir möchten Euch auf eine hochinteressante und zugleich kurios-kritisierende Form des Protestes aufmerksam machen. Das Phänomen "Flashmob" hatte seine Wurzeln 2003 in New York und erfreut sich seitdem wachsender Beliebtheit.
Begriffserklärung:
• flash: Blitz • mob: von mobilis, also beweglich
Was eigentlich sind Flashmobs ?
Bei Flashmobs handelt es sich um einen fließenden Übergang eines Prozesses, der im virtuellen öffentlichen Raum des Internets beginnt (Planungs- und Mobilisierungsphase), in den physischen Raum der Stadt auswandert (die eigentliche Aktion) und wieder ins Internet zurückkehrt (Veröffentlichung).
Die Beteiligten eines Flashmobs - auch "Blitzaufläufer", "Smart Mobber", "Flash Mobber" oder "Freeze Mobber" genannt - tauchen gleichzeitig und scheinbar eher zufällig an einem vorher vereinbarten Ort, um dort für einen Zeitraum von 1- max. 5 Minuten einer scheinbar sinnfreien Tätigkeit nachzugehen. Für die unwissenden Passanten geschieht diese Live-Aufführung natürlich völlig überraschend, doch genau dieser Überraschungseffekt ist gewollt und unterscheidet sich von einer angemeldeten Demo.
Natürlich gibt es reine auf Spaßfaktor ausgerichtete Flashmobs – doch die meinen wir hier NICHT. Bei politik-, gesellschafts-, umwelt- oder konsumkritisch motivierten Flashmobs vollziehen die Teilnehmer nach dem schrillen Signalton einer Trillerpfeife nicht nur eine bestimmte, vorher besprochene abgefahrene Handlung wie. z.B. sich plötzlich Fallenlassen, Handgemenge, bewegungslos Stehenbleiben (freeze), lautes Lachen, wehleidiges Klagen etc., sondern informieren auch gleichzeitig mit Handzetteln o. Plakaten über den Grund ihres Protestes.
So schnell wie die Teilnehmer „zufällig“ zusammengekommen sind, löst sich die Gruppe vor den Augen der völlig verdutzten Passanten nach drei kurzen Signaltönen unverzüglich wieder auf und verhält sich danach völlig normal.
Dieses merkwürdige Verhalten wird durch die immer schnelleren zwischenmenschlichen Kommunikationsmöglichkeiten beeinflusst und spontan unterstützt. Auch wenn die ganze Aktion nach Spontanität aussieht, muß sie natürlich vorab detailiert organisiert werden. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, solange alles im vertretbaten Rahmen bleibt und niemand verletzt oder geschädigt wird.
Welche Themen lassen sich durch kreative Flashmobs darstellen ?
- Anti-Kriegsthemen (….wie RAUS AUS AFGHANISTAN)
- Abschaffung von Hartz-IV
- würdevoller Mindestlohn (Arbeit sollte sich wieder lohnen)
- Ausstieg aus der Atomenergie - schnellerer Ausbau / Förderung altern. Energien
- Abschaffung von Studiengebühren
- Beteiligung der Bürger an Entscheidungsprozessen
aber natürlich auch Protestaktionen gegen aktuelle Tagesereignisse oder solche mit regionalem Bezug, z.B. Firmenschließungen, steuerverschwendende oder umweltzerstörende Bauvorhaben, Privatisierungsvorhaben, Lauschangriffe und Mobbing einzelner Firmen, Preisabzocke durch Mineralöffirmen, etc
Welche Wirkung haben Flashmobs ?
- sie sind äußerst spektakulär wenn gut organisiert
- sie sind friedlich (keine Gewalt, keinerlei Personen- oder Sachschäden)
- sind sehr medienwirksam (ggf. auch lokale Presse vorab informieren)
- jederzeit und überall durchführbar (keine Genehmigung erforderlich, deshalb nur 1- max. 5 min-Aktionen)
Durch die massenhafte Verbreitung preiswerter Digitalkameras und Handys mit integrierter Foto- und Filmkamera, lassen sich in kürzester Zeit bewegte und unbewegte Bilder von Flashmobs im Internet veröffentlichen. Über Blogs, Foren, Videoportale wie YouTube, Social Networks wie Facebook etc. haben Millionen Menschen weltweit und zeitlich nahezu unbegrenzt Zugriff auf diese wirkungsvollen medialen Dokumentationen. Der Flashmob kann daher als perfekte "Strategie der Sichtbarkeit" bezeichnet werden, weshalb die Verbreitung des entstandenen Foto- und Filmmaterials wichtiger ist als der Flashmob selbst. Wobei der Spass am aktiven "Mitmachen" und "Dabeisein" natürlich auch seine Qualität hat.
Flashmobs werden mittlererweile auch gerne als Marketinginstrument iniziiert und verbreitet!
Wer kann mitmachen ?
Erwachsene, Jugendliche, Kinder, Deutsche, ausländische Mitbürger - einfach jeder! Durch die stetig zunehmende Medialisierung unserer Gesellschaft sind Flashmobs noch leichter plan- und umsetzbar. Mit verhältnismäßig wenig Aufwand kann man über das Internet eine ständig wachsende Anzahl an Personen und "virtuellen Freunden" mobilisieren. Kleine spontane Flashmobs kann man schon mit 20 Leuten performen, für medial-wirkungsvolle Großprojekte sollten es dann schon ein paar Dutzend bis mehrere hundert Personen sein.
Was kostet die Teilnahme ?
- kreative Ideen
- Plakate u. Flyer, ggf. Masken, Gesichtsfarbe
- Teilnehmer müssen exakt zeitgleich an den vereinbarten Ort kommen
Wo können Flash-Mobs stattfinden ?
Flashmobs sind üblicherweise Auftritte im öffentlichen Raum, z.B. in Fußgängerzonen, auf Marktplätzen, bei Veranstaltungen aller Art wie politischen Kundgebungen, Musik- und Sportevents, vor Rathäusern und Verwaltungsgebäuden – Hauptsache viel Publikum oder Passanten!
ein paar Videobeispiele als Ideengeber?
- Flashmob im Supermarkt (Themen wie Konsumverzicht contra Wachstum, Abzockel) klick hier
- Flashmob im Supermarkt klick hier
- Flashob der Piratenpartei gegen Nacktscanner klick hier
- Mahnwache Karlsruhe Internetzensur Art.5 GG - Zensursula klick hier
- ein Flashmob gegen die Verwendung von Plastikflaschen klick hier
- Konsumtempelanbetung in Hamburg – Konsumkritik klick hier
- ein großer Freeze Flashmob in Paris klick hier
- Flashmob Lübeck Fahrrad im Kreisverkehr klick hier
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